VON DER AUSNAHME ZUM BESONDEREN – Weihnachten in Corona-Zeiten

Ich bin nicht religiös, kein bisschen aber ich mag Weihnachten. Ich liebe den typisch weihnachtlichen Duft aus Tannennadeln, Räucherwerk und Zimt. Ich mag die Lichter, das Essen, das gemütliche Beisammensein und ich genieße die Vorweihnachtszeit in der sich die Spannung und Vorfreude mit jedem Adventswochenende steigert. 

Spätestens mit dem erneuten Lock down und der Absage der Weihnachtsmärkte in meiner Gegend, stellte sich mir die Frage: Wo bekomme ich jetzt meine Vorweihnachtsstimmung her? Und als nächstes gleich: Wie werden wir die Feiertage in diesem Jahr verbringen – allein, mit wenigen Gästen, ohne Großeltern?

Wir haben beschlossen, uns in diesem Jahr ganz eigenverantwortlich in Weihnachtsstimmung zu bringen, indem wir das, was wir in der Adventszeit normalerweise getan haben, auch in diesem Jahr tun – nur ein wenig anders. Vielleicht kann ich ihnen, liebe Leserinnen und Leser mit unseren Überlegungen ein paar Anregungen für die eigene Vorweihnachtsstrategie mitgeben.

Weihnachtsfeiern im Kollegenkreis oder Verein

Diese Art von Unternehmungen sind in diesem Jahr kaum möglich, es sei denn man arbeitet in einem Zwei-Frau oder Zwei-Mann-Betrieb. Trotzdem kann man bei der Arbeit so einiges tun, um es festlich werden zu lassen. 

Gestalten Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen den Pausenraum oder die Sozialräume weihnachtlich. Dann legen sie ihre gemeinsame Weihnachtswoche fest. In dieser Woche bringt jeden Tag jemand anderes ein paar Kleinigkeiten zum Naschen oder sogar kleine Wichtelgeschenke mit. 

Die werden im jeweiligen Pausenraum aufgestellt, sodass jeder sich bedienen kann, der dort seine Pause macht. Sie könnten genauso gut die Arbeitsplätze der Kollegen mit ihren Mitbringseln dekorieren, wenn sie keinen geeigneten Gemeinschaftsraum haben. Lassen sie in der Mittagspause ein wenig Weihnachtsmusik an ihrem Arbeitsplatz dudeln (sofern die Kollegen einverstanden sind). 

So holen sie sich die richtige Stimmung auch an den Arbeitsplatz. 

Andere Arten von Weihnachtsfeiern sollte man lieber in den virtuellen Raum verlagern. Verabreden sie sich mit ihren Freunden oder Kollegen auf einer der vielen Plattformen für virtuelle Meetings. Vereinbaren Sie, dass jeder zu diesem Termin weihnachtlich gekleidet ist, in einer geschmückten Umgebung sitzt und mit Glühwein oder Punsch und Plätzchen ausgestattet ist. 

Auch für das Wichteln gibt es eine Lösung. Eine vorab festgelegte Person lost aus allen Teilnehmern aus, wer wen bewichteln soll. Nun wird jedem per E-Mail oder auch übers Telefon mitgeteilt, wen er beschenken darf und natürlich, wie dessen Adresse ist. Die Wichtelgeschenke werden dann per Post verschickt und zwar so, dass sie rechtzeitig zur virtuellen Weihnachtsfeier da sind. Das ganz braucht somit 10 bis 14 Tage Vorlauf.

Am festgelegten Termin treffen sich alle online, reden, lachen und singen vielleicht und dann packen alle ihre Wichtelgeschenke aus. Das könnte durchaus ein kleiner Spaß werden, denken sie nicht?

Weihnachts- und Adventsmärkte

In vielen Regionen wurden diese Märkte bereits komplett abgesagt – so auch bei mir. Ich freue mich jedes Jahr darauf bei dem kleinen Adventsmarkt in unserem Ort Freunde, Nachbarn und Bekannte zu treffen, Glühwein zu trinken und eine leckere Grillwurst zu genießen. 

In diesem Jahr werden wir stattdessen unseren Garten, Vorgarten und das Haus noch mehr dekorieren als sonst, um uns die Stimmung des Weihnachtsmarktes nach Hause zu holen. Ganz sicher werden wir am ersten Adventswochenende auf unserer Terrasse Würstchen grillen und Glühwein trinken und vielleicht kommen sogar unsere Nachbarn hinzu (natürlich nur im erlaubten Rahmen).

Wir haben die Märkte auch immer dazu genutzt nach Kleinigkeiten zum Verschenken zu schauen. Das geht nun natürlich nicht. Hier gibt es als Alternativen den lokalen Einzelhandel und das Internet. Doch wer gerne handgefertigte Dinge kaufen möchte, die er im Geschäft nicht findet, kann sich auf Plattformen wie Etsy  (https://www.etsy.com) oder Kulthandwerk (https://www.kulthandwerk.de) umschauen.

Vorweihnachtliche Aktivitäten

Um die Adventszeit nicht zu lang werden zu lassen, planen sie jetzt schon entsprechende Aktivitäten innerhalb ihres Haushaltes bzw. im erlaubten Rahmen. Tragen sie diese Planung gut sichtbar für alle in einen Kalender ein. Auf diese Weise sieht die Vorweihnachtszeit gleich ein bisschen bunter aus. Und das könnte man in den Kalender aufnehmen:

  • Plätzchen backen (selbstverständlich)
  • Pralinen machen
  • Ausflug in Wald oder den Park um Material für die Deko zu sammeln
  • Baumschmuck basteln (z.B. mit Material aus dem Wald)
  • Weihnachtskarten basteln, schreiben, verschicken
  • Garten, Vorgarten oder Balkon dekorieren
  • Weihnachtsmarkt zu Hause veranstalten (mit Punsch, Glühwein, Crepes usw.)
  • Weihnachts-Fotoshooting (Bilder für Verwandte machen, die man in diesem Jahr nicht besuchen kann)

Dieses Weihnachten zu etwas Besonderem machen

Es muss nicht sein, dass das diesjährige Weihnachtsfest ein trauriges wird. Vielleicht wird man es nicht auf die gleiche Weise verbringen, wie gewohnt aber warum die Situation nicht einfach mal nutzen, um alte Traditionen zu überdenken und neu zu gestalten?

Wenn das traditionelle Essen bei Oma nicht stattfinden kann, dann kreieren sie selbst ein außergewöhnliches Weihnachtsmenü. Beziehen sie die ganze Familie in die Planung und die Ausführung ein. 

Decken sie eine festliche Tafel und ziehen sie sich ihre schönsten Sachen an. Machen Sie Fotos und Videos. Teilen sie diese mit ihren Verwandten. Ein langes Telefonat oder Video-Telefonat mit den Großeltern gehört natürlich dazu, wenn man diese nicht besuchen kann. Lassen sie sie an ihrem Fest teilhaben. Packen sie mit ihnen gemeinsam die Geschenke aus und stoßen sie an. 

Planen sie diese Tage gemeinsam mit ihren Verwandten, auch wenn sie sie nicht gemeinsam verbringen können. So schaffen sie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Anteilnahme. 

Wenn sie alleinlebende Freunde oder Verwandte haben, die sie nicht besuchen oder zu sich einladen können, nehmen sie für sie ein Weihnachtsvideo von sich und ihrer Familie auf und schicken sie dieser Person eine CD oder DVD, die sie sich am Weihnachtsabend anschauen kann.

Die derzeitige Situation bietet uns die Chance, Dinge anders zu machen und dabei neue Wege zu beschreiten. Greifen sie nur beherzt zu und freuen sie sich auf die Weihnachts- und Vorweihnachtszeit.

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