SLOW CLEANING – pflegen und erhalten was man liebt

Slow Cleaning heißt nicht einfach nur „langsam Putzen“. Ja, man nimmt sich viel Zeit dafür und statt wilden Schrubbens ist konzentriertes Reinigen angesagt aber es steckt eine bestimmte innere Einstellung dahinter. Nämlich die Wertschätzung der Dinge mit denen man sich umgibt und die man (hoffentlich) liebt.

Wenn ich unser Badezimmer betrete, freue ich mich jedes Mal. Es ist nicht das tollste und modernste, was es gibt aber es ist von uns mit einem klaren Konzept eingerichtet und hergerichtet worden. Wir wollen uns darin wohlfühlen, abschalten, entspannen. Es sollte also möglichst ruhig und clean wirken. Das haben wir mit der Einrichtung und sämtlichem Zubehör umgesetzt. Damit es auch genau so bleibt, wie wir es lieben, muss es jedoch auch immer wunderbar sauber sein und am besten noch gut riechen.

Mit den anderen Räumen in unserem Haus haben wir es natürlich genauso gemacht. Sie sind alle genau so, wie wir es brauchen, um uns maximal wohlzufühlen. Sie sind bestückt mit Möbeln, Teppichen und Deko-Artikeln, die uns etwas bedeuten – weil sie schön sind, praktisch oder einzigartig – weil sie zu uns passen.

Das Haus in dem wir wohnen entfaltet für uns seinen maximalen Wohlfühlfaktor, wenn es ordentlich und sauber ist. Und genau aus diesem Grund, sind wir bestrebt, diesen Idealzustand aufrecht zu erhalten. Wir putzen unser Haus nicht einfach, weil man das eben so macht – wir pflegen es, weil wir es lieben.

Mit persönlichen Gegenständen, Kleidung und Schuhen, verhält es sich ganz genau so. Man hat sich diese Dinge bewusst ausgesucht und für ihren Erwerb, so einiges an Geld ausgegeben. Sie so lange wie möglich benutzen zu können, sollte doch in unserem Interesse liegen. Also heißt es auch hier, pflegen und sie dadurch möglichst lange erhalten.

Etwas zu pflegen heißt aber nicht nur, es zu reinigen oder zu waschen, wenn es schmutzig ist. Es bedeutet auch, sorgsam damit umzugehen und sich des Wertes (nicht unbedingt nur des finanziellen, sondern eher des persönlichen) stets bewusst zu sein.

Aus diesem Grund reinige ich mein Badezimmer mit Hingabe, langsam und konzentriert. Ich freue mich währenddessen darauf, es nachher strahlend und duftend vorzufinden.
Ich lege meine Wäsche nach dem Waschen und Trocknen ordentlich zusammen und in den Schrank. Nie würde ich auf die Idee kommen, sie einfach auf einen Haufen zu kippen und dann liegen zu lassen, bis ich etwas davon brauche. Meine Wäsche ist doch kein Müll!
Ich reinige meine Lieblings-Sneakers direkt nach dem Waldspaziergang, weil ich will, dass sie eben immer aussehen, wie meine Lieblings-Sneakers und nicht irgendwann wie die Arbeitsschuhe eines Gärtners.

Ganz ehrlich, ich putze nicht gern, ich kann mir Schöneres vorstellen, als Wäsche zusammenzulegen oder meine Schuhe mit einem Schmutzradierer zu bearbeiten. Und trotzdem! Mir ist es den zeitlichen und körperlichen Einsatz wert, denn so habe ich für lange Zeit Freude an den Dingen, die ich mir irgendwann gekauft habe, weil sie mir gefallen haben. Und so ist unser Heim auch immer unser absoluter Wohlfühlort.

Wenn ihr euch schwer tut mit dem Putzen und dem Ordnung halten oder wenn eure Sachen immer schnell kaputt gehen oder recht bald nicht mehr schön sind, dann überlegt doch mal, ob das nicht vielleicht etwas mit eurer Einstellung zu tun haben könnte.
Vielleicht müsst ihr nur mal euren Blickwinkel ändern und euch bewusst machen, wieviel euch eure heimische Umgebung und die Dinge, die ihr besitzt, wert sind.
Probiert es einfach mal aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.