SLOW CLEANING – langsam kommt man auch ans Ziel

Seit meiner Kindheit verbinde ich mit dem Samstag solche Dinge wie: Aufräumen, Putzen, Wäsche waschen, Einkaufen und Stress. Im Laufe der letzten Jahre ist es mir gelungen, dieses Schema ein ganzes Stück weit aus meinem Kopf herauszubekommen – wenn auch nicht ganz.

In meiner Kindheit und Jugend war der Samstag immer ein Großkampftag. Mein Vater war über die Woche auf Montage unterwegs und meine Mutter arbeitete immer bis 18 Uhr. Zum Einkaufen und Putzen blieb da also nur das Wochenende (ja, früher haben die Geschäfte wochentags bereits um 18 Uhr geschlossen – so war das damals).

Wir Kinder haben natürlich nach Kräften mitgeholfen (natürlich mit entsprechendem Widerwillen). So kam es, dass ich den Samstag als stressigen Tag verinnerlichte und mich ehrlich gesagt nicht wirklich auf den Beginn des Wochenendes freute.

Ich übernahm diese Gewohnheit auch nachdem ich auszogen war und meinen eigenen Hausstand hatte. Samstags wurde eingekauft und geputzt und das natürlich möglichst flott, damit vom Tag auch noch ein bisschen Freizeit übrig blieb.

Natürlich nervte mich diese Situation weiterhin und ich begann damit, einzelne Tätigkeiten auf andere Tage zu verlagern. Doch diese unangenehme Erwartungshaltung den Samstag betreffend, war nie ganz verschwunden.

Inzwischen ist es so, dass ich das nicht mehr so eng sehe. Wäsche und Einkäufe wurden auf andere Tage verlagert und durch die Einführung täglicher kleiner Putzroutinen wird es nie wirklich dreckig bei uns.
Zwar steht tatsächlich noch immer meistens Samstags eine größere Putzrunde an aber die Aussicht darauf stresst mich nicht mehr so sehr, denn ich habe etwas Entscheidendes geändert. Ich mache jetzt:

SLOW CLEANING

Das heißt im Klartext, ich beeile mich beim Putzen nicht mehr, mit dem Ziel vor Augen, so schnell wie möglich fertig zu werden.

Es geht mir darum, mein Heim sauber und schön zu machen, sodass ich mich voll und ganz wohlfühlen und es genießen kann.
Ich betrachte es mit liebevollen Augen und reinige es ebenso liebevoll, mit Geduld und Bedacht anstatt wild drauflos zu schrubben.

Ich habe also eigentlich nur meine Sicht auf mein nicht geputztes Heim geändert. Vor allem habe ich beim Putzen immer das Endergebnis vor Augen: ein sauberes, wohlriechendes, strahlendes Zuhause – und einen Kaffee.
Ja, es ist ein Ritual geworden, dass ich es mir nach dem Großputz so richtig gemütlich mache und eine Tasse Kaffee und evt. sogar ein Stück Kuchen oder ein paar Erdbeeren genieße.

Und wenn wir uns am Samstag so gar nicht zu unserem Großputz motivieren können oder etwas anders vorhaben? Nun, auch das ist kein Problem. Dann wird es einfach verschoben und an einem anderen Tag gemacht. Wir sind da wirklich mittlerweile sehr entspannt, denn unser Rezept – kleine tägliche Routinen und entspanntes Slow Cleaning gibt uns die Freiheit dafür.

Bald werde ich euch ein wenig mehr zu dieser Art des Putzens erzählen.


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