Schluss mit der Zeitverschwendung – Leerlauf sinnvoll nutzen

Als Autofahrer steht man ja öfter mal an einer Ampel oder Kreuzung und wartet, dass es weiter geht. In diesem Fall unterbrechen wir unsere eigentliche Tätigkeit – das Autofahren – und schalten in den Leerlauf. Das heißt, wir warten in einem Zustand ziemlicher Sinnlosigkeit ab, bis wir die eigentliche Tätigkeit wieder aufnehmen können.
Diese Analogie fiel mir vor einer Weile ein, als ich in der Küche stand und darauf wartete, dass das Gemüse in der Pfanne eine gewisse Garstufe erreicht hatte. Die voraussichtliche Garzeit war nicht lang genug, um sich noch mal gemütlich in den Sessel zu setzen und zu lesen. Also blieb ich in der Küche stehen und sah mich einfach nur um. Mir fiel ein Fleck auf einer Schranktür auf, den ich sogleich entfernen wollte. Ich warf einen Blick auf mein Gemüse und fand, dass ich sogar noch Zeit hätte, die Front des ganzen Schrankes abzuwischen. Also nahm ich Lappen und Putzmittel und putze flink über die Schrankfront. Das ging verdammt schnell. Also bearbeitete ich noch schnell die nächste. Dann war das Gemüse soweit. Ich konnte es angießen, würzen und dann sollte es noch ein paar Minuten köcheln. In dieser Zeit putzte ich sämtliche Küchenfronten und war danach ziemlich stolz auf mich.
Seitdem halte ich es immer so mit dieser Leerlaufzeit beim Kochen. Ich nutze sie dafür, wenigstens eine Kleinigkeit zu sortieren oder zu reinigen. Manchmal ist es nur eine Schublade, bei längeren Leerlaufzeiten auch schon mal der ganze Kühlschrank. Das meiste geht viel schneller als man es glaubt. In nur 15 Minuten kann man schon eine Menge schaffen.
Wenn man sich nun auch noch angewöhnt, nach dem Essen immer gleich das Geschirr in den Spüler zu räumen, die Arbeitsflächen, den Herd und die Spüle sauber zu wischen und noch mal kurz mit dem Handstaubsauger durchzufliegen, hat man immer eine saubere und ordentliche Küche – und das, ohne viel Aufwand.

Natürlich mache ich das nicht bei jedem Kochen. Man hat ja nicht immer Leerlauf, sondern muss manchmal zwischendurch weitere Zutaten vorbereiten. Doch wenn ich weiß, dass mein Fleisch jetzt 30 Minuten schmoren muss oder die Kartoffeln 15 Minuten kochen und ich sonst nichts zu tun habe, außer das benutzte Kochgeschirr wegzuräumen, dann lege ich direkt los.
Der Vorteil dieses Leerlauf-Putzens ist, dass man sich keine Gedanken mehr um das Putzen der Küche machen muss. Es wird ja quasi immer nebenbei erledigt und man verwendet dafür keine wertvolle Freizeit, weil man ja sowieso schon mit Kochen beschäftigt ist. Genial, oder?

Man kann diese Strategie natürlich auch auf andere Lebensbereiche anwenden. Immer dann, wenn wir irgendwo im Leerlauf sind, d.h. auf irgendetwas warten müssen.
Habt ihr schonmal neben der Waschmaschine gestanden und darauf gewartet, dass der Schleudergang zu Ende ist und die Maschine sich entriegelt? Dies ist die perfekte Zeit, um an dem Ort, wo das Maschinchen steht, mal wieder den Staubwedel zu schwingen. In zwei bis drei Minuten kann man schon eine gute Fläche bearbeiten.
Für Arztbesuche nehme ich mir inzwischen sowieso schon immer digitale Lektüre mit. Das Autofahren und alle damit verbundenen Leerlaufzeiten fülle ich ebenfalls schon seit längerem mit (Sach-)Hörbüchern. Man kann nämlich verdammt viel lernen, wenn man jeden Tag zur Arbeit fährt.

Achtet doch mal bewusst darauf, welche Leerlaufzeiten bei euch anfallen und überlegt, ob ihr sie nicht mit etwas Sinnvollem füllen könnt. Denkt immer daran – schon in 15 Minuten kann man eine Menge schaffen, manchmal sogar sein Leben verändern.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.