Persönliches Zeitmanagement

Der Begriff Zeitmanagement wird häufig im Zusammenhang mit beruflichen Tätigkeiten und Aufgaben verwendet. Zeitmanagement ist natürlich wichtig für jeden der/die beruflich tätig ist, egal ob Angestellte/r, Selbständige/r, Student/in, Hilfskraft oder Führungskraft. Je mehr Verantwortung eine berufliche Tätigkeit mit sich bringt, desto mehr ist die Fähigkeit, seine Zeit sinnvoll einzuteilen und zu nutzen, gefragt.

Doch wie sieht es eigentlich in unserem Privatleben aus? Die meisten machen sich genau dort nämlich keine Gedanken, um ein sinnvolles Zeitmanagement, wo sie eine mindestens ebenso wichtige Verantwortung tragen, wie im Job – nämlich für die Familie, für die Partnerschaft, für das gesamte Leben außerhalb des Jobs und natürlich für die eigene Person.

Die meisten Menschen würden gerne mehr Dinge in ihrer Freizeit tun, als es derzeit der Fall ist. Sie würden gerne mehr Sport treiben, mehr Zeit für die Kinder oder den Partner haben, ein Instrument spielen lernen, sich mehr um den Garten kümmern, mehr Lesen, Theater spielen, was auch immer… Doch dann kommt immer dieser eine Spruch „Ich habe gar keine Zeit dafür. Wann soll ich das denn noch machen?“

Wie ich es in meinem letzten Artikel schon ausführlich behandelt habe, sind das alles nur Wünsche und so wird es auch bleiben, solange wir nichts für ihre Realisierung tun.
Auch „mehr Zeit“ haben zu wollen, ist erst einmal nur ein Wunsch. Wir können ihn aber zur Realität werden lassen, wenn wir beginnen, etwas dafür zu tun.
Nun können wir nicht einfach mal die Tage auf 26 Stunden oder die Woche auf 8 Tage verlängern aber wir haben die Macht uns selbst zu verändern. Wie das in dem konkreten Fall Zeitmanagement und für den konkreten Wunsch „mehr Zeit haben“ funktioniert, wird jetzt und genau hier das Thema sein.

Zeitfresser

Zeitfresser sind nicht irgendwelche fiesen Wesen aus einer anderen Dimension, die unsichtbar um uns herumschwirren und sich diesem begrenzten und kostbaren Gut satt fressen – zumindest wurde deren Existenz bislang noch nicht bewiesen.
Nein, das Gegenteil ist der Fall. Zeitfresser erschaffen wir selbst, wir pflegen und päppeln sie, bis sie so richtig schön groß sind und sogar andere Dinge aus unserem Leben verdrängen. Hier bemühe ich mal wieder den guten alten Duden:

Vorgehensweise, Einrichtung, Gewohnheit o. Ä., die [mehr oder weniger unbemerkt] viel Zeit kostet.

Duden

Der erste Schritt zur Realisierung des Wunsches nach mehr Zeit, ist somit klar. Er heißt:

Zeitfresser identifizieren

Es gibt da ein paar ganz klassische Beispiele, die für fast alle Menschen zutreffen können. Diese typischen Zeitfresser sind:

  • Fernsehen bzw. Streaming (ganz gefährlich sind hierbei die Serien)
  • Social Media (Youtube, Instagram, Facebook, Snapchat und wie sie alle heißen)
  • Computerspiele, Spiele-Apps (jederzeit verfügbar auf Smartphone, Tablet oder Rechner)
  • ein langer Arbeitsweg/Pendeln
  • unkoordinierte Haushaltsführung
  • Perfektionismus
    (das Bestreben, immer alles super toll zu machen, kostet verdammt viel Zeit und ist meistens völlig unnötig)
  • Vergleichen mit anderen
    (nicht auf seine eigenen Bedürfnisse zu hören, sondern sich an anderen zu orientieren, kann zu überzogenen und unnötig hohen Ansprüchen an sich und seine Handlungen führen und deren Umsetzung dadurch wiederum zu einer Menge Zeitverlust)
  • Multi-Tasking
    (Mehrere Dinge gleichzeitig tun zu wollen, ist eine schlechte Idee, denn darunter leidet unsere Aufmerksamkeit und am Ende geht es doch nicht schneller bzw. es werden viel häufiger Fehler gemacht)

Und schon geht es munter weiter mit Schritt zwei. Haben wir die für uns zutreffenden Zeitfresser identifiziert heißt es, sie zu eliminieren. Was zunächst einfach klingt, ist meistens jedoch sehr schwierig, denn viele Zeitfresser sind lange antrainierte Gewohnheiten. Um Gewohnheiten loszuwerden oder zu ändern, braucht man Pläne und Durchhaltevermögen.

Hat man zum Beispiel in Schritt 1 festgestellt, dass man zuviel Zeit mit dem Konsum von Serien verbringt, kann man sich natürlich vornehmen, ab sofort keine Serien mehr zu schauen. Das kann aber ganz schnell nach Hinten losgehen und zu Frust führen, weil man sich vielleicht langweilt oder sich eine Ersatz-Tätigkeit ausgesucht hat, die keinen Spaß macht – z.B. Putzen!

Die Zeitfresser müssen also durch eine sinnvolle und uns wichtige Tätigkeit ersetzt werden, damit wir nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen. Hierfür verwenden wir natürlich unsere Wünsche.

Zeitfresser eliminieren und ersetzen

Ja genau, wir nehmen unsere Wünsche und platzieren sie zeitlich dorthin, wo bisher unsere Zeitfresser gelauert haben. Na gut, ganz so einfach ist es nicht. Wir müssen natürlich die Zeitfresser durch Maßnahmen ersetzten, die zur Realisierung unserer Wünsche beitragen.
So kann man zum Beispiel das Zocken am Computer durch Gesellschaftsspiele mit den Kindern oder einfach durch das Lernen einer Fremdsprache ersetzen.

Doch auch wenn man nicht genügend Wünsche hat, um alle Löcher zu füllen, die das eliminieren der Zeitfresser hinterlassen hat, können wir diese sinnvoll nutzen bzw. sich einfach ein paar neue Ziele setzen für deren Realisierung wir die freigewordene Zeit nutzen können.

Unsere Zeit ist viel zu wertvoll, um sie mit Belanglosigkeiten zu verschwenden!

Überlegt euch, was ihr alles mit eurer freien Zeit anfangen wollt und vor allem, was euch das bringen soll.
Man kann eine Stunde im Wartezimmer beim Arzt herumsitzen und dabei mit dem Smartphone in sozialen Netzwerken surfen oder Spielen.
Es ist aber genauso gut möglich, mit dem Smartphone ein Buch zu lesen, per App Vokabeln zu üben, einen interessanten Podcast zu hören oder gezielt nach Informationen für ein Projekt zu suchen.
Was ist wohl für eure persönliche Entwicklung sinnvoller?
Es ist wichtig, dass ihr euch über so etwas Gedanken macht.

flexible Zeitplanung

Ein gut geplantes Vorgehen, ist die Voraussetzung dafür, dass man es schafft seine Zeitfresser zu identifizieren und dauerhaft durch sinnvolle Gewohnheiten zu ersetzen.

Das Instrument der ersten Wahl ist dabei ein Zeitplan oder auch Kalender mit dem wir unsere Gewohnheiten zunächst erst einmal erfassen wie sie sind (Ist-Zustand), im weiteren Verlauf austauschen und neu anordnen (Soll-Zustand) und im letzten Schritt überwachen und ggf. optimieren. Ich nenne das flexible Zeitplanung.

In der nächsten Woche wird es an dieser Stelle eine „Challenge“ zu genau diesem Thema geben. Ich werde euch eine Art Fahrplan an die Hand geben, mit dem ihr genau das umsetzen könnt, was ich in diesem Artikel beschrieben habe.
Aber keine Sorge, es geht nicht darum, alle eure Gewohnheiten auf einmal über den Haufen zu werfen. Das wäre sehr unrealistisch. Deshalb nutze ich auch die sogenannten „Challenges“ – also Herausforderungen – als Tool dafür, um Schritt für Schritt und spielerisch seine Verhaltensweisen zu ergründen und bei Bedarf zu ändern.

Ihr dürft nun gespannt sein auf eure erste Challenge!

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