MAGIC MONDAY – wie sie aus jedem Montag einen positiven Neuanfang machen

So gut wie jeder Arbeitnehmer aber auch Selbständige und Freiberufler kennen ihn – den Montagsblues. Nach einem schönen, gemütlichen, ereignisreichen oder auch anstrengenden Wochenende hat man so gar keine Lust auf die Arbeit, das frühe Aufstehen, den Job-Alltag, den Chef oder die Chefin. 

Es fängt oft schon am Sonntag an. Man denkt immer öfter daran, dass es mit dem schönen Leben bald wieder vorbei ist und man zurück in die Tretmühle muss. Sonntagabend geht man schlecht gelaunt ins Bett, kann sowieso wieder nicht einschlafen und malt sich aus, wie voll das E-Mail-Postfach am nächsten Tag schon wieder sein, wie lang die Teambesprechung wieder ausfallen oder welche Kollegen sich krank gemeldet haben.

Am Montagmorgen wird man dann vom Wecker aus dem Schlaf gerissen und zwingt sich unmotiviert aus dem Bett. Man ist müde und kaputt und schafft es am Ende dennoch pünktlich, vollständig bekleidet aber ohne die geringste Energie auf der Arbeit anzukommen. 

Zugegeben, das ist schon ziemlich überspitzt dargestellt. Trotzdem fürchte ich, dass es auf nicht wenige Menschen zutreffen wird. Der Montagsblues tritt nicht immer auf und kann auch jedes Mal unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Und es gibt sogar die glücklichen Menschen, die ihn gar nicht kennen. Das sind meist solche Menschen, die einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, sich gebraucht und auch entsprechend anerkannt fühlen. 

Leider sind dies Jobs rar gesät bzw. haben die meisten Menschen eben nicht diesen einen Traumjob. Oder ist es vielleicht doch ganz anders? Liegt es vielleicht gar nicht an unserem Job, den Kunden, dem Chef oder den Kollegen, dass wir keine Lust auf eine neue Arbeitswoche haben? Woran könnte es sonst liegen?

Die Einstellung

Mit einer grundsätzlich negativen Einstellung gegenüber dem Job, werden sie nie einen Magic Monday erleben. Auch wenn sie vielleicht berechtigte Gründe haben, sich zu ärgern, genervt oder gar gestresst zu sein, bringen sie diese Reaktionen nicht weiter. Wenn sie die Situation im Job nicht ändern oder beeinflussen können, müssen sie ihre Einstellung dazu ändern. 

Sie wissen genau, dass am Montagmorgen das E-Mail-Postfach überquillt mit Aufträgen, Bestellungen, Anfragen usw.? Na und? Sie wissen ebenso, dass sie diese Aufgaben bewältigen können. Das haben sie schließlich mehrfach bewiesen. Also können sie doch gelassen an die Sache herangehen. 
Sie könnten sich auch eine Strategie überlegen, wie sie den montäglichen Arbeitsberg bewältigen. Sortieren sie ihn zum Beispiel nach Priorität und verteilen sie die Aufgaben. Schleißlich hat die Woche noch mehr Tage. 
Oder müssen sie Montags immer eine besonders ungeliebte Aufgabe erledigen? Seien sie doch froh, dann haben sie sie für den Rest der Woche vom Tisch. 

Das Wochenabschlussritual

Vor dem Wochenende schon an Montag denken? Klingt absurd – aber es lohnt sich. Mir ist es immer besonders wichtig, alles zu erledigen, was ich noch erledigen kann und es nicht vor mir her zu schieben. 
Wenn ich Aufgaben vor dem Wochenende nicht mehr schaffe oder ich aus anderen Gründen bis Montag damit warten muss, dann bereite ich deren Erledigung so gut wie möglich vor. 

Ich führe generell eine Aufgabenliste, um nichts aus dem Auge zu verlieren, was noch erledigt werden muss. Dazu nutze ich ein Programm von Microsoft. Es heißt „To Do“ und ist der Nachfolger der beliebten „Wunderlist“. Eine solche Liste lässt sich aber ebenso gut auf Papier anfertigen oder man benutzt einen Kalender. Die Hauptsache ist, dass sie ihre Aufgaben mit entsprechenden Notizen versehen können – also genug Platz dafür vorhanden ist. 

Notieren sie die Aufgaben für die nächste Woche also in einer Weise, die für sie am besten funktioniert. Schreiben sie aber nicht nur das eigentliche „To Do“ auf, sondern die genauen Schritte, die sie tun müssen und auch das, was bereits dafür vorbereiten wurde. Das erspart ihnen eine Menge Denkarbeit am Montagmorgen. Die Aufgaben gehen ihnen leichter von der Hand bzw. bereiten ihnen keine Sorgen, denn sie haben die Gewissheit, dass alles bestens vorbereitet ist.

Außerdem finde ich es schön, wenn ich am Montagmorgen einen ordentlichen und bestens vorbereiteten Arbeitsplatz vorfinde. Aus diesem Grund räume ich am letzten Tag der Woche nicht einfach nur meinen Schreibtisch auf, sondern gieße die Pflanzen und wische die Tischplatte, die Tastatur und das Telefon sauber. Ich spüle meine Tasse und meine Teekanne und stelle sie griffbereit hin. 

Das ist also mein Wochenabschlussritual: 

  1. Offene ToDos prüfen
  2. Alles dazu vorbereiten, was möglich ist
  3. ToDo-Liste für Montag vorbereiten (mit den Schritten, die bereits erledigt sind und die noch zu erledigen sind)
  4. Büro aufräumen und vorbereiten

Überlegen sie doch mal, welches Ritual für sie am letzten Arbeitstag der Woche Sinn machen würde. Es sollte auf jeden Fall dazu dienen, den Start am Montag zu erleichtern.

Der Biorhythmus                        

Am Montagmorgen aus den Federn zu kommen, ist nicht leicht. Bei mir ist es jedenfalls so. Meistens verschieben sich die Schlafens- und Aufstehzeiten am Wochenende. Wenn man halbwegs selbstständige Kinder hat, dann beschäftigen die sich nach dem Aufwachen eine Weile in ihrem Zimmer und lassen den Eltern etwas mehr Zeit zum Ausschlafen. 
Abends geht man vielleicht Freunde besuchen oder empfängt diese bei sich zu Hause oder man geht ins Kino oder auf ein Konzert. Die Schlafenzeit verschiebt sich somit mehr oder weniger stark. 

So kommt unser Biorhythmus ganz schnell durcheinander. Ich finde es jedoch utopisch, die Schlafens- und Aufstehzeiten der Wochentage am Wochenende beizubehalten. Dafür schlafe ich viel zu gerne aus und genieße die längeren Abende. Allerdings sollte man darauf achten, die Zeiten nicht allzu sehr zu verschieben. Je größer die Verschiebung ist, desto schwieriger wird es, am Sonntagabend zur einer Zeit einzuschlafen, die das frühe Aufstehen am Montag fördert. 

Mein Trick:

Ich habe inzwischen einfach akzeptiert, dass ich an Sonntagabenden eben nicht früh genug ins Bett komme bzw. früh genug in den Schlaf finde, um morgens um Sechs fit zu sein. 
Und schon allein die Akzeptanz der Tatsache, dass es an Montagen eben etwas bisschen schwerer fällt aus dem Bett zu kommen, ist hilfreich. Ich weiß, dass ich den Tag auch problemlos mit etwas weniger Schlaf gut bewältigen kann. 

Das Sonntagabendritual

Am Sonntag schon an Montag denken? Das klingt doch auch wieder ziemlich absurd. Wer will das schon? Am besten verdrängt man den Gedanken an Montag bis zur letzten Minute. FALSCH! 

Bitte machen sie das nicht. Erlauben sie ihrem Gehirn, sich auf den Neustart am nächsten Morgen einzustellen und erleichtern sie sich diesen, in dem sie sich mit einem Ritual darauf vorbereiten.
Dieses Ritual muss auch gar nichts besonderes sein. Wichtig ist aber, dass sie sich eine feste Zeit dafür einplanen und dass sie sich dabei wirklich auf die kommende Woche konzentrieren. Das beste für einen guten Start in die neue Woche ist nämlich, diese zu planen und vorzubereiten.

Bereiten sie für sich und ihren Partner oder die Partnerin ihr jeweiliges Lieblingsgetränk zu, nehmen sich einen Kalender oder Planer und besprechen in Ruhe, was in der nächsten Woche alles ansteht.
Notieren sie, was sie an welchem Tag erledigen wollen, wann eingekauft werden muss, wer kocht usw. Klären sie alle Fragen, die im Zusammenhang mit der nächsten Woche auftauchen und notieren sie es in ihrem Plan. Auch wenn ihnen das vielleicht banal vorkommt und sie meinen, dass sie ihre Termine und Aufgaben doch sowieso im Kopf haben – ihr Gehirn wird es ihnen danken. Denn durch das Planen und Aufschreiben, entlasten sie ihren Denkapparat. Sie verschaffen sich die Gewissheit, dass die kommende Woche vorbereitet ist und sie nichts vergessen werden. Das lässt sie viel ruhiger schlafen und entspannter aufwachen.

Sie können dieses Planungsritual auch anders gestalten, meinetwegen dabei in der Badewanne sitzen oder einen Spaziergang machen und dabei die Termine und Aufgaben in einer Smartphone App festhalten. Machen sie diese sonntägliche Planung zu einem festen Bestandteil des Wochenendes und sehen sie es auch als Zeit der Besinnung und Reflexion. 

Der Montagmorgenritual

Und schon wieder ein Ritual. Das wird ihnen nur am Anfang komisch vorkommen – versprochen! Wenn sie das erstmal verinnerlicht haben, werden sie gar nicht mehr darüber nachdenken müssen. 

Überlegen sie mal, wie ein Montagmorgen aussehen müsste, damit sie gute Laune bekommen. Bleiben sie natürlich realistisch und lassen sie solche Sachen wie Ausschlafen, gemütlich Brunchen und stundenlang Zeitung lesen bitte weg. 
Aber wie wäre es mit einem besonderem Outfit? Ziehen sie doch am Montag immer ihr Lieblingsoutfit an, die Sachen, in denen sie sich am wohlsten fühlen. Das geht natürlich nur, wenn sie bei der Arbeit keine vorgeschriebene Kleidung haben. 
Sie könnten genauso gut, ihr Lieblingsparfum auflegen, die schicke Tasche benutzen, die tollste Krawatte anziehen oder die beste Uhr, die sie besitzen. 
Halten sie auf dem Weg zur Arbeit beim Bäcker und gönnen sich immer Montags etwas besonderes zum Frühstück. 
Oder zelebrieren sie die montägliche Frühstücks- oder Mittagspause in besonderer Weise. Vielleicht machen ihre Kolleg/Inn/en ja mit? 

Wichtig ist, dass sie etwas tun, was sie besonders mögen und dass sie sich das NUR an Montagen gönnen. 

Der Montagsbonus

Wenn ihnen das Montagsritual im Zusammenhang mit dem Job nicht möglich sein sollte, dann gönnen sie sich einen Montagsbonus (geht natürlich auch gemeinsam mit dem Montagsritual). 

Planen sie für den Feierabend an Montagen immer etwas ein, dass sie ganz besonders lieben. Entspannen sie bei einem Schaumbad oder gehen sie in die Sauna. Treffen sie sich mit einem Freund/einer Freundin zum Sport oder gehen etwas Essen. Bestellen sie immer Montags Pizza oder schauen jeden Montag ihre Lieblingsserie.

Die Magie

Sie werden sicher schon bemerkt haben, worauf ich hinaus will. Machen sie den Montag zu einem Tag, auf den sie sich freuen können. Tun sie an diesem Tag Dinge, die sie wirklich mögen und verschieben das nicht auf die Freitage, die ja sowieso fast jeder mag. 

Wenn sie noch einen Schritt weiter gehen wollen, dann können sie es wirklich schaffen, den Montag zu ihrem Magic Monday zu machen. 

Fangen sie damit an, jetzt und heute und für immer – den Montag als einen Neustart zu betrachten. Jeden Montag haben sie die Chance, eine erfolgreiche neue Woche zu beginnen. 

Sie haben ihren Plan am Sonntag gemacht. Nun beginnen sie damit, ihn umzusetzen. Am Ende der Woche sehen sie, wie es funktioniert hat – lernen sie daraus – planen sie neu und starten sie am nächsten Montag wieder durch. 

Seien sie neugierig darauf, was die neue Woche für sie bereithält. Setzen sie sich Ziele für eine Woche (z.B. eine Woche lang nicht mit dem Partner oder den Kindern streiten) und wenn es mit dem Ziel nicht geklappt hat, starten sie neu – am Montag!

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