Home sweet home – zu Hause glücklich sein

Die momentane Situation erfordert es, dass Menschen ihre sozialen Kontakte einschränken und ihre Freizeit hauptsächlich zu Hause verbringen.
Für viele scheint das jedoch ein großes Problem zu sein. Ich frage mich, was diese Menschen eigentlich gegen ihr eigenes Zuhause haben?
Wieso fällt es manchen so schwer, auch mal eine Weile allein, zu zweit oder nur mit der engsten Familie zusammen zu sein?
Ich kann das nicht wirklich nachvollziehen, denn ich bin ein Mensch, der sein Zuhause liebt und sich deshalb freut, im Moment mehr Zeit hier verbringen zu dürfen.
Auch die Einschränkung der sozialen Kontakte für einen gewissen Zeitraum empfinde ich nicht als Problem. Ich stehe mit Freunden und Familie per Telefon und Internet in regem Austausch. Die persönlichen Treffen werden mir sicher irgendwann fehlen aber für ein paar Wochen darauf zu verzichten, finde ich keineswegs unzumutbar.

Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, was ich nun mit der zusätzlichen Zeit, die ich daheim verbringe, anfangen könnte. Dabei sind mir ein paar Ideen gekommen, die ich gerne mit ihnen teilen möchte. Vielleicht fällt es damit dem ein oder anderen leichter, sich der „Stay at home“-Bewegung anzuschließen und damit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Einhalt zu gebieten.

Es ist nun an der Zeit, sein Zuhause einmal wieder ganz bewusst wahrzunehmen. Schauen sie sich in Ruhe um. Gefällt ihnen, was sie sehen? Fallen ihnen Dinge auf, die sie gerne ändern würden? Dann ist genau jetzt die richtige Zeit dafür.

  • Ausmisten
    Nehmen sie sich jeden Bereich ihrer Wohnung vor und sortieren alles aus, was defekt ist, nicht mehr gefällt oder nicht mehr benötigt wird. Bieten sie noch brauchbare Dinge zum Verkauf an oder verschenkt sie.
  • Aufräumen/Sortieren
    Zugegeben, das klingt nicht gerade spannend aber das sind genau die Dinge, die man sonst immer verschiebt auf „wenn ich mal ganz viel Zeit habe“- Tja, das ist dann wohl genau jetzt.
  • Umräumen
    Manchmal hilft schon das Umstellen von ein paar Möbelstücken dabei, ein ganz neues Wohngefühl zu erschaffen. Holen sie sich ein paar Inspiration im Internet und legen sie los.
  • Dekorieren
    Der Frühling hält Einzug und Ostern steht vor der Tür. Zeit, die Wohnung/das Haus ein bisschen frühlingshaft zu dekorieren. Auch hierfür können sie sich Inspirationen im Internet suchen und direkt loslegen.
  • Renovieren
    Wer es gleich so richtig krachen lassen will, kann sogar ein paar Wände neu streichen oder tapezieren oder einen neuen Boden verlegen. Voraussetzung ist natürlich, dass man das erforderliche Material schon daheim hat.
  • Putzen
    Ja, ich weiß…. es gibt Schöneres. Aber sie haben nur die Gelegenheit, einen ausgiebigen Frühjahrsputz zu starten und durchzuziehen. Wenn die Wohnung oder das Haus danach so richtig schön strahlen, mach das zuhause bleiben gleich viel mehr Spaß.

Verschaffen sie sich einen Überblick darüber, was sie alles besitzen und dann überlegen sie, was man mit diesem Besitz eigentlich anfangen kann. Klingt komisch – aber dabei können ihnen durchaus kreative Ideen kommen.

  • Kochen
    Sie haben jede Menge Kochbücher? Wunderbar! Jetzt könne sie sich endlich an die Rezepte wagen, die sie sonst immer ausgelassen haben, weil sie zu aufwändig sind. Die Supermärkte sind geöffnet und bieten trotz der Hamsterer ein umfangreiches Angebot an Lebensmitteln. Und mal ehrlich, solche Sachen wie Chilies, Knoblauch, Hoisin-Soße und Lammrücken werden äußerst selten gehamstert.
  • Weiterbilden
    Sie wollten schon immer ihr Französisch verbessern oder damit anfangen eine neue Sprache zu lernen und haben sogar noch das Set mit CD und Arbeitsbuch irgendwo herumliegen? Prima! Auf gehts!
    Das gilt auch für andere Dinge, die sie interessieren. Tauchen sie doch einfach mal tiefer in die Materie ein. Wenn sie keine geeignete Fachliteratur daheim haben, nutzen sie das Internet und versuchen sie sich im Recherchieren.
  • Hobby
    Wenn sie schon ein Hobby haben (das man zu Hause ausüben kann), könnten sie jetzt versuchen, es auf ein neues Level zu bringen. Sei es Singen, Klavierspielen oder Stricken. Setzen sie sich neue Ziele und üben, was das Zeug hält.
  • Sport
    Ja, auch zu Hause hat man eine Menge Möglichkeiten, um Sport zu treiben. Vielleicht liegt bei ihnen ja sogar noch entsprechendes Equipment in einer Ecke und verstaubt? Jetzt ist der Zeitpunkt, es hervorzuholen. Schauen sie sich an, was sie haben und stellen sich einen Trainingsplan zusammen.
    Wer nicht über Trainingsgeräte und Yogamatte verfügt, für den reicht auch eine Decke zum Unterlegen und ein Computer, Tablet oder Internet-TV. Holen sie sich ihr Training einfach nach Hause. Bei YouTube gibt es unzählige Trainingsvideos für wirklich jeden Geschmack und jeden Bedarf.
  • Spielen
    Glücklich kann sich schätzen, wer jetzt über eine stattliche Spielesammlung verfügt. Machen sie aus dem wöchentlichen oder monatlichen einfach einen täglichen Spieleabend. Führen sie Buch über die Gewinne und stellen ein Familien-Ranking auf. Wer wird wohl am Ende die meisten Spiele gewonnen haben?
  • Gärtnern
    Für alle, die einen Garten oder bepflanzten Balkon haben, bietet sich diese Zeit an, um hier Ordnung zu schaffen, Unkraut zu entfernen, den Boden zu bearbeiten und Pflänzchen anzuziehen.
    Rennen sie aber bitte nicht andauernd in den Baumarkt. Es reicht auch, sich erstmal mit dem zu beschäftigen und das zu nutzen, was schon da ist.
  • Lesen
    Sie haben Bücher daheim oder vielleicht eine Comic-Sammlung? Das ist perfekt. Wenn sie gerade keinen neuen Bücher vorrätig haben (die kann man übrigens auch bei seinem Lieblingsbuchhändler bestellen und nach Hause liefern lassen), dann probieren sie es doch mal mit Re-Reading. Lesen sie die Bücher, die ihnen besonders gefallen haben, einfach noch mal. Dabei findet man oft noch viele Feinheiten, die einem beim ersten Lesen nicht aufgefallen sind. Oder probieren sie einfach, ein Buch erneut zu lesen, welches sie irgendwann mal abgebrochen hatten. Manchmal bedarf es nur der richtigen Stimmung, um ein Buch plötzlich doch gut zu finden.
    Haben sie schonmal von Buchclubs gehört? Da lesen die Leute alle das gleiche Buch und unterhalten sich dann darüber. So etwas gibt es auch online (z.B. die Leserunden bei Lovelybooks). Probieren sie es einfach aus.
  • Schreiben
    Irgendwo findet sich bestimmt ein leeres Notizbuch bei ihnen daheim. Beginnen sie damit, es zu füllen, womit auch immer sie wollen. Schreiben sie ihre Gedanken hinein, führen sie Tagebuch, denken sie sich Geschichten aus oder Gedichte und Liedtexte.
    Sie können natürlich auch einen Blog eröffnen, falls sie schon immer Lust dazu hatten, ihre Gedanken mit anderen zu teilen. Das dauert nur ein paar Minuten und kann direkt losgehen. Blogwebseiten kann man auf verschiedenen Plattformen online einrichten. Die Basis-Versionen sind meistens sogar kostenlos.
  • Video/Fotografie
    Bleiben sie mit ihrer Community in Verbindung, indem sie kleine Videoclips drehen und verschicken oder veröffentlichen. Das geht ebenso gut mit Fotos (z.B. per Instagram). Erzählen sie einfach ihre Geschichten oder was sie bewegt oder suchen sie sich ein spezielles Thema für ihre Videos und Fotos aus.

Es gibt natürlich noch viel mehr, was man zu Hause machen kann. Sie können hier so richtig kreativ sein. Erstellen sie eine Liste mit allen ihren Ideen, planen sie sie zeitlich ein und legen sie los.

Wer ein Problem mit der Einschränkung der Sozialkontakte hat und sich vielleicht sogar einsam fühlt, sollte sich ebenfalls eine Liste erstellen und zwar eine mit allen Freunden, Bekannten und Verwandten, zu denen man Kontakt halten möchte.
Machen sie sich einen Plan, wen sie wann anrufen oder per E-Mail anschreiben. Sie könnten sogar ganz altmodische Briefe und Postkarten schreiben. Gerade die ältere Generation wird sich bestimmt sehr über Post in ihrem Briefkasten freuen.

Wenn sie mit ihrer Familie daheim sind, dann schaffen sie sich Freiräume. Sprechen sie mit ihrem Partner ab, dass jeder eine Stunde am Tag ganz für sich hat und so nutzen kann wie er/sie will.
Vereinbaren sie auch mit ihren Kindern eine tägliche Ruhezeit (z.B nach dem Mittagessen) in der sie ruhig und alleine in ihren Zimmern spielen… oder vielleicht sogar schlafen.
Die Eltern haben dann Zeit für sich oder für die Organisation des Haushalts oder aber einfach mal etwas Ruhe, um auf dem Balkon einen Kaffee zu trinken.
Für diejenigen, die im Home-Office arbeiten, ist es noch wichtiger, solche Vereinbarungen innerhalb der Familie zu treffen. Machen sie ihren Kindern (soweit möglich, je nach Alter) klar, dass sie arbeiten müssen und sich nicht ständig mit ihnen beschäftigen können. Geben sie ihnen Anregungen, wie sie sich auch allein beschäftigen können. Stellen sie ihnen Herausforderungen und Aufgaben, an denen sie sich ausprobieren können (z.B. bastelt oder zeichnet einen Zoo mit mindestens 10 Tieren usw.). Auch hier könnt ihr wieder so richtig kreativ werden.

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