HAUSHALT IM GRIFF – Teil 1 – Aller Anfang ist klein

Die meisten von uns leben gerne in einer sauberen und ordentlichen Umgebung. Wer benutzt schon gerne ein dreckiges Klo oder kocht gern in einer völlig chaotischen Küche? Es ist schon ein Dilemma. Man will es schön haben aber dafür muss man Ordnung halten und Putzen und das macht den wenigsten von uns Spaß. 

Leider ist unser Gehirn darauf bedacht, uns vor Dingen zu schützen, die wir als unbequem und lästig empfinden. Aus genau diesem Grund haben wir keine Lust zum Putzen und können ewig warten bis wir mal motiviert dazu sind. Wir haben keine Chance gegen unser Gehirn. Deshalb müssen wir es austricksen. 

Tipp: Wer sich für das Thema „Gewohnheitsbildung“ interessiert, sollte sich meinen letzten Artikel anschauen in dem ich über das Buch „Atomic Habits“ oder „Die 1%-Methode“ von James Clear schreibe. 

Minimale Veränderung, maximale Wirkung – meine Meinung zu: ATOMIC HABITS von James Clear

Vom Problem zur Aktion

Zuerst sollten sie sich überlegen, was sie am meisten stört im Haushalt. Ist es das schmutzige Geschirr in der Küche oder der vollgespritzte Badezimmerspiegel?  Sind es die Haare auf dem Boden oder die Schuhe und Taschen im Flur? Oder ist es vielleicht die generelle Unordnung in der Wohnung, weil überall Zeug herumliegt, wo es nicht hingehört?

In Schritt zwei überlegen sie sich, welche Aktionen erforderlich wären, um das zu beseitigen, was sie am meisten stört. Es geht darum, möglichst jeden Schritt zu beschreiben, der getan werden muss z.B.

ProblemAktion
schmutziges WaschbeckenStaub mit einem trockenen Tuch entfernen, dann mit einem feuchten Tuch und etwas Reiniger abwischen, mit trockenem Tuch nachwischen
schmutziger SpiegelSpiegel mit Glasreiniger einsprühen, mit Mikrofasertuch abreiben
Haare und Krümel auf dem BodenStaubsauer anschließen, Boden absaugen
schmutziges Geschirr in der KücheSauberes Geschirr aus der Spülmaschine in die Schränke räumen, schmutziges Geschirr in die Spülmaschine einsortieren
Unordnung in der ganzen WohnungEinen Wäschekorb nehmen, alles einsammeln und zu den Orten bringen an die es gehört

Das sind jetzt nur ein paar wenige beispielhafte Punkte (das kann für jeden ganz individuell verschieden sein) doch es fällt eines auf: 

Es ist nicht sonderlich aufwändig, die Probleme zu lösen. Die Aktionen, die dahinter stehen sind simpel und leicht zu bewältigen.

Und noch etwas sollte man bedenken: 

Wenn man diese Aktionen täglich ausführt, wird man schnell routiniert und sie nehmen nicht viel Zeit in Anspruch.

Aus Aktionen werden Routinen

Der nächste Schritt besteht darin, sich die Aktionen in zwei Routinen aufzuteilen – eine für morgens und eine für abends. So kann man zum Beispiel am Morgen, nachdem man sowieso das Bad benutzt hat, das Waschbecken, den  Spiegel und wenn nötig auch die Toilette reinigen. Manch einer macht es sich sogar zur Routine nach der täglichen Dusche auch diese zu reinigen.

Nach dem Abendessen bietet es sich an, sich um das Geschirr zu kümmern (am besten gemeinsam mit allen Beteiligten), alle herumliegenden Gegenstände wieder an ihren Platz zu bringen und die Böden kurz abzusaugen.

Es geht dabei nicht darum, in jeder Ecke penibel sauber zu machen, sondern um eine Grundsauberkeit, die uns das Wohlfühlen ermöglicht. 

Versuchen sie, ihre Aktionen möglichst sinnvoll miteinander zu verbinden – genau so, wie es in ihren Ablauf passt. Wenn sie sich lieber morgens um das Geschirr und die Spülmaschine kümmern oder Staubsaugen wollen – nur zu. 

Möglichst einfach

Gestalten sie die Ausführung ihrer Aktionen bzw. Routinen möglichst einfach. Bewahren sie zum Beispiel Putzlappen und Reiniger direkt im Bad auf, um sofort Zugriff zu haben oder legen sie sich einen guten Akku-Handstaubsauer zu, damit sie nicht schon beim Hervorholen und Anschließen des Bodenstaubsaugers die Lust verlieren. 

Bestimmt fallen ihnen im Laufe der Zeit immer mehr Tricks ein, wie sie sich ihre Routinen vereinfachen können. Der beste Trick ist jedoch:

Familie einbeziehen

Wenn sie nicht alleine leben, wird Schmutz und Unordnung wahrscheinlich auch nicht durch sie allein verursacht. Jeder sollte seinen Teil dazu beitragen, dass es sauber und ordentlich im Haus ist und sich seine eigenen Hinterlassenschaften kümmern.

Scheuen sie sich nicht davor, ihren Kindern Verantwortung für einen Bereich zu übertragen. Vielleicht macht es ihnen sogar Spaß, wenn sie jeden Abend nach dem Essen mit einem Körbchen durch die Wohnung laufen und herumliegende Dinge einsammeln und an ihren angestammten Platz zurückbringen können. Haben sie mehrere Kinder? Noch besser – machen sie einen Wettbewerb daraus. Das geht genauso gut beim Aufräumen des Kinderzimmers. Kinder lieben Herausforderungen. 

Der Partner oder die Partnerin sollten natürlich gleichberechtigt teilhaben an den täglichen Routinen. Wenn jeder nur zehn Minuten Zeit morgens und abends investiert um seine Haushaltsroutinen zu erledigen, hat das eine enorme Wirkung auf ihr gesamte heimische Umgebung. Ihre Wohnung oder ihr Haus werden sich immer in einem gleichbleibend sauberen und ordentlichen Zustand befinden und alle Familienmitglieder werden das zu schätzen wissen. 

Kurz und knackig

Fangen sie gleich damit an, ihre Aktionen in Routinen zusammenzufassen, es sich dabei möglichst einfach zu machen und ihre Familie einzubeziehen. 

Am Anfang wird es vielleicht noch nicht so rund laufen, vielleicht müssen sie ein paar Dinge umstellen oder Aktionen weglassen, weil sie zu zeitaufwändig sind. Jeden Tag die Fenster zu putzen, wäre keine gute Idee. Sammeln sie Erfahrungen und nutzen diese, um es besser zu machen. 

Damit sie wirklich dranbleiben und die Routinen täglich erledigen, müssen sie sie möglichst kurz halten. Wie bereits gesagt, geht es hierbei nicht um Perfektion. Es soll eine Gewohnheit entwickelt werden, die fast unbemerkt dazu beiträgt, den Haushalt auf einem bestimmten Level in Ordnung zu halten. Das ist die Grundlage für die weiteren Schritte, die in den nächsten Teilen dieser Serie beschrieben werden.

Nobody is perfect

Üben sie ihre Routinen, gemeinsam mit ihrer ganzen Familie. Machen sie ein Spiel daraus, einen Wettbewerb, was auch immer. Erfreuen sie sich gemeinsam an den Ergebnissen und belohnen sie sich gemeinsam, wenn es in einer Woche mal besonders gut geklappt hat. Aber verzagen sie bitte nicht, wenn es nicht immer funktioniert. Manche Tagen halten Überraschungen und Herausforderungen bereit, die uns einen Strich durch die Rechnung machen. Das ist nicht schlimm. Machen sie einfach am nächsten Tag weiter. 

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