Finanzen im Griff – Teil 7 – Sparen und das Leben genießen

Sparen und das Leben genießen – ist das nicht ein Widerspruch?
Nicht unbedingt! Ob wir dazu in der Lage sind, uns ein Polster für Notfälle anzulegen, diverse Rücklagen zu bilden und uns dabei trotzdem nicht finanziell eingeschränkt fühlen, hängt davon ab, wieviel Einkommen uns zur Verfügung steht und wie hoch die Belastung durch die monatlichen Ausgaben ist.

Euer Einnahmen-Ausgaben-Verhältnis sollte euch inzwischen bekannt sein. Es ist wichtig, dieses immer wieder zu prüfen und die Ausgaben ggf. anzupassen, denn sowohl das Einkommen als auch die Ausgaben können Schwankungen unterliegen.

Ich empfehle deshalb, jeden Monat eine Aufstellung über das zu erwartende Einkommen und die festen Ausgaben anzufertigen und danach den Rest des Geldes zu budgetieren.

Ebenso wichtig ist es, am Ende des Monats zu prüfen, ob man seine Budgets eingehalten hat oder ob es hier und da Überschreitungen gab. Falls letzteres zutrifft, kann man dies bei der Budgetierung des nächsten Monats berücksichtigen und Umverteilungen vornehmen.

Wie kann man den bei dieser ständigen Rechnerei das Leben genießen? Diese Frage tauch jetzt wahrscheinlich im Kopf des ein oder anderen Lesers auf.

Punkt 1: Die Rechnerei wird immer einfacher, je öfter man sie praktiziert. Spätestens beim dritten Mal könnt ihr die Einnahmen und Ausgaben nahezu auswendig aufschreiben und
Punkt 2: Das Budgetieren kann auch Spaß machen, wenn man Folgendes beachtet:

Budgetiert auch die Dinge, die euch Freude machen – nicht nur die, die notwendig sind.

In meinem Budget befinden sich nicht nur solche Positionen wie Lebensmittel, Haushaltswaren, Putzmittel und Medikamente sondern auch Dinge, die ich liebe und die mir wichtig sind im Leben z.B.:

  • Geschenke (für andere natürlich)
  • Bücher und Hörbücher
  • Zeitschriften
  • Ausgehen
  • Schreibwaren (ich bin ein Notizbuch-Junkie)
  • Drogerie (also meine ganz privaten Sachen wie Make up und Kosmetik. Ich bin auch ein Drogerie-Junkie)
  • Kleidung

Auch wenn mein Budget für jede einzelne der o.g. Positionen nicht unbedingt groß ist, so habe ich doch die Gewissheit, dass ich mir etwas leisten oder gönnen darf. Ich passe diese Budgets monatlich neu an, da je nach Saison die Wichtigkeit der Dinge (für mich persönlich) schwanken kann.
Erfahrungsgemäß muss ich immer im März und im September mehr Geld für Kleidung einplanen, weil ich mir dann gerne ein paar neue Teile für den Sommer oder Winter kaufe. Wenn ich in Urlaub fahre, decke ich mir gerne mit Büchern ein und das Geschenke-Budget richtet sich danach, wieviele meiner Lieben in dem jeweiligen Monat Geburtstag haben oder ob etwas Besonderes ansteht.

Ich sehe die Budgetierung nicht als Einschränkung an, sondern eher als Struktur die mir hilft, nicht über die Stränge zu schlagen.

Es ist eine Frage der inneren Einstellung, ob wir ein Budget als einengend oder als befreiend betrachten.

Wenn ich meine Budgets nicht voll ausschöpfe, dann ist das für mich ein Grund zur Freude und ich führe den gesparten Betrag direkt meinem Notgroschen oder meinem Rücklagen-Sparkonto zu.
Die Ersparnisse, die ich mir aus eigener Kraft aufgebaut habe bzw. mir weiterhin aufbaue, sind ebenfalls ein Stück mehr Freiheit und Sicherheit in meinem Leben und tragen dazu bei, dass ich es trotz Sparen und Budgetieren in vollen Zügen genießen kann.

Ich habe meine Einstellung zu Finanzen in den letzten Jahren grundlegend geändert. Ich gehe sorgfältiger mit meinem Geld um und überlege genauer, wofür ich es ausgebe. Ich bin jedoch dabei nicht geizig geworden, sondern kaufe jetzt sogar hochwertige Sachen, weil mir deren Wert jetzt viel bewusster ist und ich sie mehr genießen kann.
Ich weiß genau, wie lange ich für meine derzeitigen Rücklagen sparen musste und werde einen Teufel tun, sie für irgendwelchen Plunder herzugeben.

Sich mit seinen Finanzen zu beschäftigen, sein Geld im Blick zu haben, Ausgaben zu planen und Ersparnisse zu vermehren, sollte eine Selbstverständlichkeit für jeden von uns sein.

Zum Abschluss dieser Reihe möchte ich jedem von euch ans Herz legen, jetzt sofort damit zu beginnen, falls ihr es noch nicht getan habt.

Finanzen sind weder spießig noch langweilig. Sie sind auch nichts Verwerfliches oder etwas vorüber man nicht mit anderen spricht.

Finanzen sind in unserer Welt ein unabdingbares Instrument, um sein eigenes Leben zu gestalten. Dieses Instrument zu verstehen und gut zu beherrschen, führt zu mehr Harmonie, Gelassenheit und Freude in fast allen Lebensbereichen.

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