Finanzen im Griff – Teil 2 – Das Budget

Im ersten Teil habt ihr schon lesen können, wie man sich ganz einfach einen Überblick über seine finanzielle Situation verschafft. Natürlich ist das mit ein bisschen Arbeit verbunden aber schwierig ist es definitiv nicht.
Auch im zweiten Teil machen wir uns zunächst ein wenig Arbeit, die jedoch ebenfalls recht simpel ist.

Budget, das:
jemandem für bestimmte Ausgaben zur Verfügung stehende Geldmittel

Quelle: Duden online

Unser Budget, also die Geldmittel, die uns zur Verfügung stehen, haben wir somit im ersten Schritt schon ermittelt. Das Gesamtbudget, das uns monatlich zur Verfügung steht, ist die Summe aller unserer monatlichen Einnahmen. Das ist sozusagen der Rahmen, in dem wir uns bewegen.

Da wir aber alle jeden Monat bestimmte Ausgaben haben, die quasi „Pflicht“ sind und die auch immer den gleichen Wert haben, müssen wir diese direkt von unserem Gesamtbudget abziehen. Die Rechnung sieht also so aus:

Gesamtbudget – feste monatliche Ausgaben = Haushaltsbudget

Bisher haben wir also alles, was es neben den festen monatlichen Ausgaben zu bezahlen gab, von dem Geld bestritten, dass nach Abzug der festen Ausgaben übrig blieb.
Doch genau über diesen Teil des Budgets, machen sich die wenigsten Menschen Gedanken. Es wird einfach solange gekauft und bezahlt, bis nichts mehr da ist oder noch schlimmer, bis es überschritten ist.

Wir wollen uns also heute diesen Teil – ich nenne ihn HAUSHALTSBUDGET – einmal genau vornehmen und darüber nachdenken, was wir damit anstellen.

Auf euren Kontoauszügen erscheinen die Beträge, die diesem Haushaltsbudget zuzuordnen sind meist als EC-, Giro-, oder Kreditkartenzahlungen oder Bargeld-Abhebungen. Die Empfänger sind Supermärkte und sonstige Einzelhändler, Online-Shops oder eben ihr selbst.

Nun braucht ihr wieder das gute alte Blatt Papier und einen Stift. Schreibt euch von eurem Kontoauszug heraus, für welche Empfänger ihr wie viel Geld ausgegeben habt. Ihr addiert also die Einzelabbuchungen pro Empfänger
Beispiel:

EmpfägerBeträgeSumme
Supermarktkette XY90 + 25 +15130 €
Getränkemarkt XY40 + 2565 €
Drogeriemarkt29 + 4,5033,50 €
Tankstelle(n)65 + 38103 €
Onlinehändler X2222 €
Onlinehändler Z76 76 €
Bargeld150 + 50200 €
Apotheke2020 €

Nun könnt ihr hinter jede Zeile noch schreiben, wofür das Geld jeweils ausgegeben wurde. Bei einigen Empfängern, wie z.B. Tankstellen und Apotheken oder Drogeriemärkten ist das recht eindeutig.
Bei Supermärkten, Online-Händlern und Bargeld-Abhebungen, müsst ihr vorerst noch abschätzen, was ihr dort gekauft habt bzw. euch die Rechnungen und Kassenbons anschauen, falls ihr sie zur Hand habt.

Ihr könnt euch bei der Zuordnung an folgenden Kategorien orientieren:

Lebensmittel
Getränke
Drogerie
Haushaltswaren
Benzin
Transportkosten
Wartung/Reparaturen
Kleidung
Beiträge
Medikamente
Ausgehen
Unterhaltung
Taschengeld
Schreibwaren
Bücher/Zeitschriften

Natürlich könnt Ihr auch eigene Kategorien erfinden oder die oben stehenden noch weiter unterteilen. Lasst dabei eurer Fantasie freien Lauf.

Ihr solltet nun eine ungefähre Ahnung davon haben, wie viel ihr von eurem Haushaltsbudget für welche Produkte ausgebt. DAS ist jedoch nur der Anfang – quasi eure Ausgangsbasis. Nun heißt es:

Das Haushaltsbudget optimieren

Wenn ihr am Ende des Monats noch Geld übrig habt, macht ihr eure Sache schon ziemlich gut. Wenn es jedoch jedes Mal auf eine Null oder sogar rote Zahlen auf eurem Konto hinausläuft, müsst ihr dringend etwas dagegen tun.
Am sinnvollsten ist es, zuerst die Kosten zu reduzieren bzw. zu optimieren, auf die wir kurzfristig Einfluss nehmen können und das sind natürlich die variablen Kosten, die wir hier mir unserem Haushaltsbudget abdecken wollen.

Um genau nachvollziehen zu können, wofür man sein Geld ausgibt, empfiehlt es sich, sämtliche Ausgaben über einen bestimmten Zeitraum hinweg aufzuschreiben und dabei gleich der entsprechenden Kategorie zuzuordnen.
Dabei kann man nicht nur aufdecken, ob man sein Geld für unnütze Dinge verschwendet, sondern auch, wie sich das Geld auf die einzelnen Kategorien verteilen lässt.
So ist zum Beispiel bei vielen die Kategorie „Lebensmittel“ eine der kostenintensivsten, direkt gefolgt von den „Transportkosten“. Das kann natürlich bei jedem anders sein. Deshalb ist es wichtig, seine Ausgaben einmal akribisch zu notieren und dann auszuwerten.

Als kleine Hilfestellung könnt ihr euch hier eine Vorlage für die tägliche Erfassung der Ausgaben downloaden:

Wenn ihr eine Woche – oder noch besser – einem Monat lang eure Ausgaben aufgeschrieben und eingeordnet habt, könnt ihr damit beginnen, sie auf ihr Einsparungspotenzial zu prüfen.

Gebt ihr vielleicht zu viel Geld fürs Ausgehen aus oder für Kosmetikartikel? Setzt euch für die kommende Woche ein Ziel, dass ihr nicht überschreiten werdet. Probiert aus, wieviel Geld ihr pro Kategorie wirklich braucht. Es geht nicht darum, zu knausern und nur noch die billigsten Sachen zu kaufen, sondern darum, was ihr wirklich braucht und auch nutzt.
Vieles kauft man spontan, weil es schön aussieht oder man, beeinflusst durch Werbung, plötzlich glaubt, es unbedingt zu benötigen. Am Ende liegt das meiste davon unbenutzt zu Hause herum, nimmt Platz weg und staubt ein und hat zudem auch noch das Geld verschlungen, dass man vielleicht besser für den Urlaub oder die Autoreparatur gespart hätte.

Wenn ihr das alles anhand eurer Aufzeichnungen herausgefunden habt, dann plant doch einfach mal euer Haushaltsbudget für den nächsten Monat (oder die nächste Woche, wenn euch das lieber ist).
Legt für jede Kategorie einen Betrag fest, den ihr maximal ausgeben wollt und versucht dann, ihn einzuhalten oder sogar zu unterschreiten.

Im nächsten Artikel geht es darum, Einsparungspotenziale aufzudecken. Wir nehmen uns dafür nicht nur die variablen Ausgaben vor, sondern auch die festen Ausgaben.

Bis dahin trackt fleißig eure Ausgaben und findet heraus, wo euer Geld jeden Monat hinfließt.

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