Finanzen im Griff – Teil 1 – Der Überblick

Ziemlich regelmäßig, nämlich immer wenn ein Saisonwechsel ansteht (für mich geht es jetzt schon mit großen Schritten in Richtung Frühjahr) überfallen mich Gedanken wie:

„Habe ich überhaupt genug Kleidung für die Übergangszeit?“
„Gefällt mir das überhaupt oder oder brauche ich etwas Neues?“
„Ich würde gerne dies und jedes anders organisieren aber dafür müsste ich ein paar Sachen einkaufen.“
„Ich hätte schon gerne ein neues Sofa oder neue Teppiche.“
„Ich sollte neu dekorieren – ein Besuch beim großen Schweden ist dringend überfällig.“

Wenn ich meinem Drang freien Lauf lassen würde, hätte ich in diesem Monat bestimmt schon mein gesamtes Gehalt für Möbel, Deko und Kleidung auf den Kopf gehauen. Es fällt wirklich nicht leicht, sich da zurückzuhalten aber ich habe mir ein paar Strategien zurechtgelegt, um nicht dem Konsumwahn zu verfallen.

Eine davon ist, immer genau zu wissen, wo ich finanziell stehe und wie viel mein Budget hergibt. Das mag vielleicht knauserig klingen, ist es aber ganz und gar nicht. Diese Strategie ermöglicht es mir, ohne schlechtes Gewissen schöne Dinge zu kaufen oder mit einer Freundin lecker Essen gehen zu können – EBEN WEIL ich weiß, dass sie in meinem Budget bereits eingeplant sind.

Bevor man mit dem Budgetieren beginnt, benötigt man jedoch erst einmal einen genauen Überblick über die Finanzen.
Diesen bekommt man, durch eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Man muss wirklich kein Mathe-Genie sein, um das hinzubekommen. So einfach gehts:

Kleine Rechnung, große Wirkung

Als erstes müssen sie ihre Einnahmen und Ausgaben ermitteln. Das ist gar nicht so schwer. Sie brauchen dafür den Kontoauszug eines kompletten Monats, verschiedenfarbige Textmarker, ein Blatt Papier und einen Stift.

Markieren sie nun auf ihrem Kontoauszug alle Positionen mit „grün“, die mit einem Plus (+) versehen sind und alle mit „gelb“, bei denen ein Minus (-) dabei steht.

Teilen sie ihr Blatt in zwei Spalten ein „Einnahmen“ und „Ausgaben“. Jetzt schreiben sie alle grün markierten Positionen in die Spalte „Einnahmen“ und alle gelben in die Spalte „Ausgaben“.
Bilden sie unter beiden Spalten eine Summe. Wenn die Summe der Ausgaben niedriger ist als die der Einnahmen, dürfen sie sich freuen. Sie scheinen ihre Ausgaben im Griff zu haben. Falls nicht, wird es höchste Zeit, sich mit den eigenen Finanzen eingehender zu beschäftigen.

Jetzt haben sie einen ersten Überblick. Nun gehen wir etwas mehr ins Detail. Nehmen sie sich die Ausgabenspalte vor und markieren die Positionen, die regelmäßig per Dauerauftrag oder automatischem Einzug von ihrem Konto abgehen. Das sind die feste Ausgaben, die jeden Monat gleich sind.
Alles was nun übrig bleibt, sind keine regelmäßigen Ausgaben in gleichbleibender Höhe, sondern variable Ausgaben – also solche die jeden Monat anders sein können.
Schauen sie sich diese Ausgaben nun genauer an. Sind es Abbuchungen von Supermärkten, Online-Händlern, Restaurants, Lieferdiensten, Bekleidungsgeschäften? Teilen sie diese Ausgaben nun in Kategorien ein. Das können zum Bespiel diese hier sein:

  • Lebensmittel/Haushalt
  • Kleidung und Schuhe
  • Tanken/Auto
  • Gesundheit/Apotheke
  • Freizeit
  • etc.

Bilden sie nun eine Summe für alle Ausgaben einer Kategorie. Führen sie das für jede der von ihnen gebildeten Kategorien durch.
Jetzt wissen sie ungefähr, was sie pro Monat für welche Kategorie ausgeben.

Bilden Sie nun noch die Summe für alle variablen Ausgaben und danach eine Summe für die festen Ausgaben.

Sie haben jetzt drei Summen: Einnahmen, feste Ausgaben, variable Ausgaben.

In diesem allerersten Schritt geht es zunächst nur darum zu erkennen, wo das Geld jeden Monat hin verschwindet. Als kleine Veranschaulichung und Hilfestellung habe ich ihnen eine Tabelle vorbereitet – einmal ausgefüllt als Beispiel und einmal leer, zum selbst Ausfüllen. Beide Tabellen stehen am Ende des Artikels als PDF zum Download zur Verfügung.

Nun heißt es: LOSLEGEN! Erstellen sie ihre ganz persönliche Einnahmen-Ausgaben-Übersicht. Im nächsten Beitrag wird es dann um konkrete Maßnahmen nur besseren Einteilung des Geldes gehen – das BUDGETIEREN. Ich hoffe, sie sind dann wieder dabei.

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