Eine kleine Morgenroutine – der bessere Start in den Tag

Wenn man kein Morgenmensch ist – so wie ich – stellt jeder Tag, an dem man früh raus muss eine Herausforderung dar. Leider ist das bei den meisten Menschen, die einer geregelten Arbeit nachgehen, der Fall. 

Ich habe so einiges ausprobiert, um mir das tägliche Aufstehen in aller Frühe leichter zu machen: 

  • Früher ins Bett gehen
  • den Wecker auf andere Zeiten einstellen (um die richtige Schlafphase für das Aufwachen zu erwischen)
  • Snoozen (ganz schlechte Idee)
  • kalt Duschen oder einfach
  • Augen zu und durch

Nichts davon konnte etwas an der Tatsache ändern, dass ich es hasse, früh aufzustehen und mich dementsprechend fühle. 

Da ich nichts an der Notwendigkeit des frühen Aufstehens ändern konnte (es sei denn ich würde meinen Job kündigen und dann auf Dauer der Arbeitslosigkeit frönen), gab es nur eine Lösung. Ich musste mich selbst – genauer gesagt, meine Einstellung ändern.

Ich habe also zunächst völlig wertfrei die Tatsache akzeptiert, dass mein Wecker mich früh aus den Federn klingelt. Was bringt es schon, sich jeden Morgen aufs Neue darüber zu ärgern? Es bringt schlechte Laune, sonst nichts. 

Dann habe ich Überlegungen dazu angestellt, was es mir leichter machen würde aus dem Bett zu kommen. Dabei fielen mir folgende Dinge ein:

  1. Das frühe Aufstehen fällt mir generell immer dann nicht schwer, wenn ich mich auf den Tag freue (bei einem frühen Start in den Urlaub oder wenn an meinem Geburstag schon die Geschenke auf mich warten).
  2. Es wäre gut, wenn ich morgens keinen Zeitdruck hätte. 
  3. Ich möchte morgens nicht ausschließlich an den vor mir liegenden Arbeitstag denken. 
  4. Ich will das Gefühl haben, dass dieses frühe Aufstehen Sinn macht. 

Gut, damit war ich schonmal einen Schritt weiter. 

Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wodurch Ihr Morgen angenehmer werden könnte? Man kann sich im ersten Moment vielleicht gar nicht vorstellen, überhaupt etwas zu finden, was einem die allmorgendliche Tortur angenehmer gestalten könnte. Ich bin mir jedoch sicher, dass jeder von uns ein paar Dinge finden kann, die ihm auch in den frühen Morgenstunden Freude bereiten können.

Ich habe also damit angefangen, mir meinem Morgen so umzugestalten, dass ich auf keinen Fall in Stress oder Zeitnot gerate und habe etwas hinzugefügt, was mir Freude macht. Das ganze verpackte ich in eine Morgenroutine. Und so sieht sie aus:

Meine Morgenroutine beginnt eigentlich schon am Abend. Hier kümmere ich mich um Punkt 1 meiner oben stehende Liste. 
Bevor ich Schlafen gehe oder auch, wenn ich bereits im Bett liege, überlege ich mir, wie der nächste Tag wird und worauf ich mich an diesem Tag freuen kann. Ich freue mich eigentlich immer auf die Kaffeepause mit meinen Kolleg/inn/en. Außerdem genieße ich meinen Mittagsspaziergang im Wald. Ich freue mich also, wenn die Wettervorhersage trockenes Wetter angekündigt hat. Auch auf mein Hörbuch, das ich auf dem Weg zur und von der Arbeit im Auto höre, freue ich mich. Nach der Arbeit steht vielleicht ein Abendessen mit Freunden an oder ich habe mir vorgenommen etwas leckeres zu kochen.
Und wenn ich wirklich mal gar nichts finden kann, worauf es sich zu freuen lohnt, dann stelle ich mir einfach einen perfekten Arbeitstag vor, an dem alles rund läuft, jeder glücklich und zufrieden mein Büro verlässt und ich super viel erledigt bekomme. 

Mit dem Rest der Routine geht es am Morgen weiter und zwar so:

Ich stehe beim ersten Klingeln des Weckers auf, gehe ins Bad und mache alles, was man am Morgen eben so macht, um sich frisch zu fühlen.

Mein Körper braucht immer einen kleinen Tritt, um in die Gänge zu kommen. Deshalb geht es als nächstes auf die Yoga-Matte. 15 bis 20 Minuten ausgiebiges Drehen, Strecken, Dehnen und Biegen bringen den Kreislauf auf Touren und machen schön geschmeidig. Besonders in der wärmeren Jahreszeit ist es wirklich ein Highlight, wenn man das Fenster öffnet, frische Luft hineinlässt und bei wildem Vogelgezwitscher die Sonne begrüßt. 

Im Winter genieße ich, nach einem Blick auf das Außentermometer, mein gut beheiztes und gemütliches Zimmer. 

Nun komme ich zu Punkt 3 und 4 meiner Liste. 
Ich setze mich an meinen Schreibtisch und plane meinen Tag. Das klingt jetzt etwas hochtrabend aber ich finde, jeder Tag ist es wert, dass man sich einmal zuvor Gedanken über ihn macht. Es gibt einfach ein sicheres und gutes Gefühl zu wissen, was alles ansteht, auch wenn es nur so banale Dinge wie Einkaufen oder Tanken sind. 
Ich schreibe mir also auf, was ich an diesem Tag alles erledigen möchte. Zusätzlich ergänze ich noch ein paar Gedanken zum vergangenen Tag. Mein Planer ist so eine Art Kalender und Bullet Journal in einem. Wie genau ich das mache, darauf kann ich gerne in einem der zukünftigen Artikel eingehen.

Ein ganz normaler Tag könnte zum Beispiel solche Dinge wie: 
30 Minuten Mittagsspaziergang, Einkäufe, Sport, welches Abendessen gekocht wird, welchen Blogartikel ich vorbereiten möchte, welches Buch ich lesen möchte usw. beinhalten. 

Wenn ich meinen Tagesplan dann so betrachte, habe ich wirklich das Gefühl, dass der Tag einen Sinn hat. Ich sehe vor mir, was er für mich bereit hält und vor allem, dass er eben nicht nur aus dem Job besteht.

Dann ist da noch etwas, was ich morgens mache. Es dauert nur 5 Minuten aber es gibt mir ein gutes Gefühl. Lacht mich jetzt nicht aus aber… ich LERNE! Ja, ich nehme mein Ipad und lese entweder einen Zufallsartikel bei Wikipedia, einen Beitrag auf einem Finanz- oder Wirtschaftsblog, einer Wissenschaftswebseite oder ein Kapitel in meinem E-Book „Der Schlauermacher“. Ich finde es sehr wichtig, jeden Tag etwas Neues zu lernen.

Diese Dinge dauern ungefähr 15 Minuten. 

Danach geht es mit ganz normalen Dingen wie Schminken, Frisieren und Anziehen weiter und schon bin ich fertig. Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich auch für Punkt 2 vorgesorgt habe. 
Ich bereite mir mein Frühstück und Mittagessen für die Arbeit immer am Vorabend (direkt beim Abendessen kochen) zu, sodass ich es nur noch aus dem Kühlschrank nehmen und in die Tasche packen muss. 
Meine Tasche für die Arbeit steht ebenfalls immer am selben Platz bereit und es ist auch schon alles drin, was ich benötige. 
Das einzige, was ich nicht vorbereite, sind die Sachen, die ich anziehen möchte. Das entscheide ich tatsächlich immer nach Bauchgefühl. Das Heraussuchen der Kleidung dauert bei mir maximal 3 Minuten plus 2 Minuten Anziehen – ist also nicht der Rede wert. 

Meine Gesamte Morgenroutine sieht zeitlich so aus:

  • Badezimmer: 10 Minuten (ich dusche immer am Abend)
  • Yoga: 20 Minuten
  • Journaling: 10 Minuten
  • Lernen: 5 Minuten
  • Make up und Haare: 10 Minuten
  • Anziehen: 5 Minuten

Das ist genau eine Stunde. Manchmal sind es auch fünf Minuten mehr.  
Seitdem ich diese Routine habe, stehe ich etwa 30 Minuten früher auf und trotzdem fühle ich mich damit viel wohler. 
Der Grund dafür ist, dass ich mich bestens auf den Tag vorbereitet fühle, dass ich ein Ziel (oder mehrere) für den Tag habe und weiß, worauf ich mich freuen kann. Außerdem läuft mein Morgen absolut rund – ich muss mir keine unnötigen Gedanken machen, sondern habe Zeit für mich. 

Ich kann jedem, der Probleme hat, morgens aufzustehen oder sich für den Tag zu motivieren nur empfehlen, sich über eine Morgenroutine Gedanken zu machen. Es muss ja nicht gleich Sport am Morgen sein. Ein paar Minuten am offenen Fenster stehen und durchatmen oder einen Kaffee und ein Frühstück genießen, während man den Tag plant, sind genauso gut. Sie müssen nur herausfinden, was Ihnen gut tut. Finden Sie Ihre ganz persönliche Routine und dann beginnen Sie damit, sie zu trainieren. Versuchen Sie es Tag für Tag aufs Neue und scheuen Sie sich nicht davor, Änderungen vorzunehmen. Nichts ist in Stein gemeißelt. 

Bei mir hat es auch lange gedauert, bis ich meine derzeit optimale Routine gefunden habe. Aber auch diese ist nicht für immer. Vielleicht möchte ich in einem Jahr lieber 20 Minuten Liegestütze statt Yoga machen (kleiner Scherz) oder mein Journaling lieber auf den Abend legen und dafür morgens Meditieren. Ich weiß es nicht… ich verlasse mich da ganz auf mein Bauchgefühl. Probieren Sie es doch auch mal aus.

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