Dinge, die organisierte Menschen anders machen – Teil 5 – Schreiben

Fast jeder kennt ihn, den guten alten Spickzettel. Er hat uns schon aus vielen brenzligen Situationen gerettet – und damit meine ich nicht nur Klassenarbeiten und Klausuren. Ein Spickzettel ist in vielen Bereichen des Lebens unglaublich hilfreich.
Man denke nur mal ans Einkaufen – ohne Zettel wird oft nicht nur das Falsche, sondern auch noch viel zu viel gekauft.
Manch einer schreibt sich auf, was an einem Tag für Aufgaben erledigt werden müssen – das nennt man auch To-Do-Liste – oder hinterlässt seinen Liebsten gerne Botschaften in Form von kleinen gelben Zetteln am Spiegel (Essen ist ihm Kühlschrank, bitte das Katzenklo sauber machen und den Müll rausbringen, Ruf mich bitte später mal an… usw.).
Dinge aufzuschreiben ist wirklich äußerst praktisch und hilfreich und organisierte Menschen nutzen dieses „Tool“ für fast alles. Denn sie haben bereits bemerkt, dass das Aufschreiben von Dingen dazu führt, dass der Kopf freier ist, weil man sich ja nicht alles merken muss und dass es außerdem das gute Gefühl mit sich bringt, alles im Blick und somit im Griff zu haben.

Schreiben

… und damit meine ich nicht das berufliche Schreiben (bzw. Tippen) von E-Mails, Romanen, Blog-Artikeln, Briefen etc., sondern das einfache Aufschreiben von Dingen die uns beschäftigen, die uns bewegen, die uns auf die Sprünge helfen, an die wir uns erinnern wollen oder sollen. Dieses Schreiben per Hand ist ein leider sehr unterschätztes Hilfsmittel bei der Organisation des Alltags- oder Berufslebens.

Ich persönlich bin überhaupt kein Freund von Zettelwirtschaft. Trotzdem – wenn ich bei der Arbeit einen Anruf bekomme und mir dabei einige wichtige Daten mitgeteilt werden, dann notiere ich sie mir natürlich. Ich nutze dafür ein Buch – eine sogenannte Kladde.
Wenn ich privat Termine vereinbare oder Treffen mit Freunden, dann notiere ich sie mir in meinem Kalender.
Wenn mich Ideen überfallen zu neuen Artikeln, Inhalten oder irgendetwas, dass ich unbedingt recherchieren oder lernen möchte, dann schreibe ich sie ebenfalls auf. Für den Fall, dass ich mein Buch mal nicht dabei habe, dann tippe ich meine Gedanken ins Smartphone und übertrage sie später.

In meinem Buch stehen auch noch ganz andere, sehr persönliche Dinge, die ich beobachten, mir in Erinnerung rufen, ändern oder beibehalten will.
Diese Art, Dinge aufzuschreiben und zu verfolgen, nennt man übrigens BULLET JOURNALING. Es unterscheidet sich vom traditionellen Tagebuchschreiben dadurch, dass man auch Termine, Pläne, Aufgaben und Aktivitäten festhält und nachverfolgt. Das Niederschreiben von Gedanken und Erlebnissen ist natürlich auch möglich, sofern man sich dafür einen Platz in seinem Buch einräumt.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Das Aufschreiben von Dingen (damit ist das handschriftliche gemeint), sorgt für Ordnung im Kopf. Es schafft Klarheit und Struktur, weil es einen Überblick über Dinge erlaubt, die sonst in Ihrem Gehirn herumschwirren und allzu gerne in der Hektik oder im Trott des Alltags verloren gehen.

Die meisten organisierten Menschen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, Dinge zu notieren, die ihnen wichtig sind. Sie machen sich in irgendeiner Form Notizen, wenn/bevor/während sie:

  • sich auf ein Meeting vorbereiten
  • sich auf ihren Arbeitstag vorbereiten
  • Anrufe tätigen müssen/wollen
  • Einkaufen gehen
  • sich an etwas erinnern/an etwas denken wollen
  • mehrere Dinge/Aufgaben koordinieren wollen
  • Pläne machen
  • sich Ziele setzen
  • Ideen haben
  • Erfolge- oder Misserfolge haben
  • ihr Verhalten ändern oder beobachten wollen

Sich solche Dinge aufzuschreiben hat nichts damit zu tun, dass man einen Kopf wie ein Sieb hat und sich nichts merken kann. Es ist ein Sichtbarmachen oder auch Visualisieren und damit Manifestieren von Gedanken.

Haben Sie schon mal bemerkt, dass Sie Ihren Spickzettel oder Einkaufszettel eigentlich gar nicht gebraucht haben, weil Sie die Dinge, die Sie vorher aufgeschrieben hatten, plötzlich auswendig wussten?
Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis des oben genannten Prozesses – Sichtbarmachen, Visualisieren, Manifestieren.

Wenn Ihnen also etwas wirklich wichtig ist, dann schreiben Sie es auf und zwar ganz traditionell per Hand mit einem Stift auf Papier.

Das Schreiben per Hand schult die Koordination unserer beiden Gehirnhälften, weil wir das Denken und die Bewegung (Hand/Arm/Schulter/Augen) gleichzeitig ausführen. Das schärft unseren Verstand und führt dazu, dass wir uns Dinge besser einprägen können.
Aus diesem Grund sind handschriftliche Notizen, ToDo-Listen, Kalendereinträge usw. effektiver als die in den Computer oder ins Smartphone getippten. Schreiben hilft uns, Dinge besser zu begreifen und zu verinnerlichen.
Außerdem hat das Schreiben einen beruhigende Wirkung auf unseren Geist. Es entschleunigt die Gedanken, verlangt Konzentration und Fokussierung und ist außerdem noch eine sinnliche Erfahrung.

Ich habe eine zeitlang gebraucht, um das Medium zu finden, dass alle meine Aufzeichnungen, Termine, Pläne, Ziele, Erfolge, Motivation und Gedanken vereint in sich aufnehmen kann.
Auch hier sollte sich jeder ausprobieren. Manche mögen Jahreskalender oder -Planer, andere haben lieber undatierte Notizbücher, Notizblöcke, Hefte, vorgefertigte Listen, Karteikarten, Wandtafeln, Magnettafeln oder Pinnwände…
Man muss ja sein Medium der Wahl nicht immer mit sich herumschleppen oder sich gar nur auf ein einziges festlegen.
Es genügt, sich morgens und/oder abends damit zu beschäftigen – seinen Tag zu planen oder zu resümieren, Termine einzutragen oder vom Smartphone oder PC zu übertragen.
Klar, ist es doppelte Arbeit, eine Aufgabe oder einen Termin sowohl elektronisch als auch handschriftlich zu erfassen. Aber erstens dauert es wirklich nicht lange und zweitens ist es ein schönes und befriedigendes Gefühl, etwas zu Papier zu bringen, es mit einem farbigen Stift zu markieren oder abzuhaken, sich sein Tagwerk schwarz auf weiß anschauen zu können oder ganz in seine Gedanken zu versinken.
Nicht zu vergessen ist, der Punkt, der organisierten Menschen am meisten zugute kommt – Klarheit und Struktur in Kopf und Gedanken. Damit lässt es sich verdammt gut und stressfrei leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.