Planen, Prüfen, Bezahlen – die wöchentliche Finanzroutine

Täglich nach dem Kontostand schauen, die Kontobewegungen prüfen und die Ausgaben verfolgen, sollte für Sie inzwischen nichts Besonderes mehr sein. Was hat sich nun durch diese tägliche Routine geändert? Haben Sie etwas bemerkt?
Ich vermute:

  • Sie kennen Ihren Kontostand und wissen somit, wieviel Geld Ihnen für den Monat noch zur Verfügung steht
  • Sie wissen, wofür Sie in diesem Monat schon Geld ausgegeben haben und ob sich die Ausgaben im üblichen Rahmen bewegen
  • Sie haben ein Gefühl dafür bekommen, ob sich Einnahmen und Ausgaben in Balance befinden oder nicht

Nun ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu tun und sich auch mit der Planung Ihrer Finanzen zu beschäftigen. Keine Sorge, das ist überhaupt nicht kompliziert und  nimmt nur wenig Zeit in Anspruch. Außerdem sind Sie durch ihre praktizierte tägliche Finanzroutine bereits bestens auf den nächsten Schritt vorbereitet.

Haben Sie noch keine tägliche Finanzroutine? Dann lesen Sie zuerst den Artikel hier:
https://check-it.club/die-taegliche-finanzroutine

www.checkt-it.club

Das Budget

Ermitteln Sie Ihr wöchentliches Budget


Unter einem Budget versteht man die zur Verfügung stehenden Geldmittel für bestimmte Ausgaben. Das heißt also, Sie überlegen sich nun, welche Ausgaben Sie innerhalb einer Woche tätigen müssen und wollen und schätzen auf Basis Ihrer bisherigen Erfahrungen ab, wieviel Geld Sie dafür ausgeben müssen. 
Gehen Sie zunächst von einem Gesamtbetrag pro Woche aus. Eine sehr simple Rechnung wäre, das zur Verfügung stehende Nettoeinkommen durch die Anzahl der Wochen eines Monats zu teilen. Doch das funktioniert leider nicht, denn bevor Sie den Betrag auf die Wochen aufteilen, müssen Sie die monatlichen festen Ausgaben wie Miete, Strom, Kreditraten oder ähnliches davon abziehen. 

Nehmen Sie sich also ihre Kontoauszüge zur Hand oder scrollen Sie durch die Anzeige Ihrer Kontobewegungen und notieren die Beträge, welche jeden Monat per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung von Ihrem Lohn oder Gehalt abgehen. Ziehen Sie die Summe dieser Beträge von Ihrem Nettoeinkommen ab und schon sehen Sie, was Ihnen für ihre variablen Ausgaben monatlich zur Verfügung steht. Dies ist jetzt eine sehr vereinfache Form der Ermittlung des Monatsbudgets. Sie sollte aber für den Anfang genügen. Wie man das Monatsbudget noch verfeinert und auf welche Dinge man besonders achten muss, wird Gegenstand des nächsten Artikels sein.
Teilen Sie nun den ermittelten Betrag durch die Anzahl der Wochen – zum Beispiel: 1200 :  4 = 300. Das bedeutet, Ihnen stehen für sämtliche Wochenausgaben 300 Euro zur Verfügung

Die Planung


Sie könnten nun eine Woche lang  munter einkaufen gehen bis die dreihundert Euro weg sind. Dabei kann es jedoch passieren, dass das Geld bereits vor Ablauf der Woche ausgegeben ist bzw. dass Sie noch gar nicht alle Dinge gekauft haben, die Sie für die Woche benötigt hätten. Für manch einen mag diese Art des Geldausgebens funktionieren. Für die meisten ist das jedoch nicht der Fall, insbesondere, wenn das Budget hart begrenzt ist und man tatsächlich keinerlei Spielraum nach oben hat. Hier ist eine gute Planung  nötig. 
Nehmen Sie sich also wieder ein Notizbuch zur Hand und schreiben Sie grob auf, was Sie in einer Woche üblicherweise Einkaufen. Grob bedeutet, schreiben Sie nur Kategorien auf, keine Einzelartikel. 

Teilen sie Ihre Ausgaben in Kategorien ein und weisen Sie ihnen ein Budget zu.

Ein Beispiel: 

  • Lebensmittel (hierunter zählen Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren, Gemüse, Snacks, Getränke – eben alles, was man zu Hause isst und trinkt)
  • Essen/Trinken außer Haus (Lieferdienste, Essen gehen, Mittagessen unterwegs oder bei der Arbeit, in der Schule etc.)
  • Haushalt (Putzmittel, Waschmittel, Reinigungszubehör, übliche Verbrauchsmittel wie z.B. Kerzen, Raumdüfte etc.)
  • Drogerie/Kosmetik (alle Artikel zur Körperhygiene, Monatshygiene, Pflegeprodukte, Haarbürste, Sonnenschutz etc.)
  • Unterhaltung (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften evtl. Streaming einer Sendung oder eines Films, welches nicht durch ein Monatsabo abgedeckt wird)
  • Ausgehen (Kino- oder Theaterkarten, Eintritt für Zoo und Freizeitpark etc.)

Die Kategorien und die Zuordnung der Einzelposten muss jeder für sich selbst festlegen. So kann man zum Beispiel das Thema „Auswärts Essen“ auch in die Kategorie „Ausgehen“ integrieren. Das hängt ganz von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Auch die Kategorie „Unterhaltung“ ist nicht für jeden relevant, wenn zum Beispiel Bücher und Zeitschriften durch eine Bibliotheks-Mitgliedschaft und Filme und Serien bereits durch Streaming-Abos abgedeckt sind. 

Teilen Sie nun das zur Verfügung stehende Wochenbudget – in unserem beispielhaften Fall, die 300 Euro – auf die einzelnen Kategorien auf. Vertrauen Sie dabei auf Ihre eigenen Erfahrungen. Wenn am Anfang nicht alles so klappt, wie geplant, passen Sie es in der nächsten Woche einfach an. Legen Sie bei der Aufteilung Ihres Budgets besonderes Augenmerk auf die Kategorien, in denen Sie gefühlsmäßig zu viel ausgeben bzw. in denen Sie sich ein bisschen mehr Kontrolle wünschen (z.B. Essen vom Lieferdienst oder Essen unterwegs).

Die Prüfung

Überprüfen Sie, ob Ihr Budget und Ihre Ausgaben zusammenpassen.


Nun können Sie eine Woche lang ausprobieren, wie Sie mir ihrem Budget klar- kommen. Dabei werden Ihnen Ihre täglichen Gewohnheiten helfen, denn Sie notieren Ihre Ausgaben bereits regelmäßig und kontrollieren Ihren Kontostand.
Legen Sie sich in Ihrem Notizbuch am besten eine Tabelle an, in der Sie die Kategorien mit deren zugewiesenen Budgets festhalten und jede getätigte Ausgabe einer Kategorie zuweisen.
Am Ende der Woche ziehen Sie ein Fazit. Rechnen Sie nach, in welcher Kategorie Sie in Ihrem Budget geblieben sind und in welcher nicht. Sie haben nun die Gelegenheit, Ihre Budgets für die kommende Woche entsprechend anzupassen.

Doch nicht nur das. Überlegen Sie genau, warum Sie ein Budget nicht einhalten konnten. Lag es nur an der falschen Planung oder gab es vielleicht ein paar Spontankäufe? Hatten Sie keine Zeit oder Lust zum Kochen und haben deshalb vielleicht öfter den Lieferdienst bestellt?
Gründe für das Nicht-Einhalten eines Budgets können vielfältig sein. Zu wenig Geld ist nur einer davon. Viel häufiger liegt es an fehlender Disziplin oder falscher Planung. Doch geben Sie nicht gleich auf. Es erfordert Übung und Erfahrung, um zu einem ausbalancierten Budget zu gelangen – einem, dass sowohl die Grundbedürfnisse abdecken kann, als auch Raum für  kleine Wünsche und Vorlieben lässt. 

Rechnungen bearbeiten


Ein wichtiger Teil des Themas Finanzroutinen, ist die Bearbeitung von Rechnungen. Mit den heutigen Zahlungsmöglichkeiten, nimmt die Anzahl der Rechnungen, die uns in Papierform erreichen immer mehr ab. Dafür erhalten wir Rechnungen oft in elektronischer Form oder Beträge für bestellte Waren werden über einen Online-Bezahldienst abgerechnet. 
Nehmen Sie sich ab sofort einmal in der Woche ein paar Minuten Zeit, um sich alle eingegangenen Rechnungen und sonstigen gezahlten Beträge (Paypal, Klarna, Sofort, Amazon etc.) anzuschauen und einer entsprechenden Ablage zuzuführen.

Bezahlen Sie Ihre Rechnungen einmal in der Woche.

 Noch nicht beglichene Rechnungen müssen natürlich überwiesen oder terminiert werden, wenn Sie noch nicht direkt bezahlt werden sollen. Für die Terminierung nutzen Sie einfach einen Kalender oder auch Ihr Smartphone, welches Sie dann an die Zahlung erinnert. Für alle bereits gezahlten Beträge, sollten Sie sich die Nachweise oder auch die Rechnungen selbst in elektronischer Form abspeichern – zumindest so lange, wie die Gewährleistungsfrist dauert. Aber auch für eine spätere Steuererklärung können manche Rechnungen wichtig sein. 

Wenn Sie sich die Zeit für die Bearbeitung Ihrer Rechnungen einmal pro Woche nehmen, werden Sie nie wieder eine Zahlung vergessen oder verzweifelt nach einer Rechnung suchen, wenn es zu einem Garantiefall oder einem Streitfall kommt. Außerdem fördert auch diese Beschäftigung mit Ihren Ausgaben Ihr Gefühl für die Finanzen und lässt sie mit einem guten Gefühl auf Ihr Konto schauen.

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