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Ihr Geld stets im Blick – die tägliche Finanzroutine

Routinen sind in fast allen Bereichen des Lebens sinnvoll und überaus hilfreich. Eine gut eingespielte Routine erlaubt es uns, Dinge zuverlässig zu erledigen, ohne dafür großen Aufwand betreiben zu müssen oder gar etwas zu vergessen.
Insbesondere im Bereich Finanzen werden Routinen oft noch vernachlässigt bzw. deren Notwendigkeit nicht erkannt oder akzeptiert. 
Im Gegenteil ­– die regelmäßige Konfrontation mit dem Kontostand, Geldein- und -ausgängen, Krediten oder gar Schulden, ist für viele leider eine unliebsame Angelegenheit, der sie konsequent aus dem Weg gehen. 
Dieses Verhalten führt im schlimmsten Fall zu einem Kontrollverlust und zur Ver- bzw. Überschuldung. 

Doch auch diejenigen, die noch nicht in der Schuldenfalle stecken, haben ein Problem. Sie wissen nicht, wo ihr Geld eigentlich hingeht, fragen sich, warum am Ende des Monats nie etwas übrig ist und haben so gut wie keine Ersparnisse und Rücklagen.
Das geht so lange gut, wie keine größeren Neuanschaffungen oder Reparaturen notwendig werden oder sonstige unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Passiert es dann doch einmal (und irgendwann tut es das auf jeden Fall), haben sie kaum eine andere Wahl, als sich zu verschulden.

Das statistische Bundesamt veröffentlichte im Mai 2019 eine Pressemitteilung* aus der hervorging, dass der Hauptgrund für die Verschuldung von jungen Menschen (unter 25 Jahren) eine unwirtschaftliche Haushaltsführung ist. Das bedeutet im Klartext, es wird mehr Geld ausgegeben als eingenommen wird.      

Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten Sie hier und jetzt damit beginnen, eine simple Finanzroutine zu entwickeln. Das ist weder kompliziert noch zeitaufwändig und für jeden machbar. Hier zeige ich Ihnen, wie es geht. 

Tatsachen schaffen

Das ist mit Abstand der schwierigste Teil bei der Entwicklung Ihrer Finanzroutine. Aber die gute Nachricht ist, wenn Sie diesen hinter sich haben, wird es viel leichter.

Schauen Sie sich zuerst Ihren Kontostand an. Wenn Sie dafür extra zur Bank gehen müssen, ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema Online-Banking zu beschäftigen. Nur dadurch haben Sie die Möglichkeit, Ihre Kontobewegungen tagesgenau zu überwachen und den Kontostand stets im Blick zu behalten. 

Noch einfacher wird es, wenn Sie sich die Banking-App Ihres Kreditinstituts auf das Mobiltelefon laden. So sind sie immer nur ein-zwei Fingertipps von Ihrem Konto entfernt. 

Scheuen Sie bitte nicht den bürokratischen Aufwand, den es vielleicht bedeutet, einen Online-Banking-Account einzurichten. Möglicherweise wird Ihnen Ihre Bank Unterlagen dazu senden und entsprechende Zugangsdaten. Nehmen Sie sich die Zeit, ihren Online-Account einzurichten. Das ist eines der wichtigsten Instrumente bei Ihrer persönlichen Finanzroutine.

Alles stets im Blick – die tägliche Finanzroutine

Es sind nur drei Dinge, die Sie täglich tun müssen, um dauerhaft ein gutes Verhältnis zu Ihren Finanzen aufzubauen und diese simple Routine kostet Sie maximal fünf Minuten Zeit am Tag.

Kontostand

Versuchen Sie, sich von negativen Gefühlen und Assoziationen in Bezug auf Ihr Konto oder den Kontostand zu befreien. Ihr Kontostand ist nur eine Zahl. Natürlich wirkt sich diese Zahl auf ihr Leben aus und beeinflusst Ihren Lebensstil doch die Zahl selbst sagt nur aus, über welche finanziellen Mittel Sie verfügen.

Diese simple Zahl müssen Sie kennen, wenn Sie Ihre Finanzen im Griff haben wollen. Deshalb: Schauen Sie sich Ihren Kontostand an und zwar täglich.

Kontobewegungen

Da Sie sich nun täglich Ihren Kontostand ansehen, sollten Sie bei der Gelegenheit auch gleich die Kontobewegungen prüfen, die zu dessen Erhöhung oder eine Verringerung geführt haben. 
Auch wenn der Kontostand gleich geblieben sein sollte, ist es sinnvoll, in die Detailansicht Ihres Kontos zu wechseln, denn oft wird hier eine Vorschau bzw. bereits vorgemerkte Buchungen angezeigt, die in den nächsten Tagen vollzogen werden. 

Diese Routine bewirkt, dass Sie ein Gefühl für den Zeitpunkt bestimmter Abbuchungen bekommen aber auch immer im Blick haben, welche Beträge Sie wofür ausgegeben haben. 

Außerdem würden Sie sofort erkennen, wenn es eine ungewöhnliche oder unautorisierte Abbuchung gibt und könnten an dieser Stelle sofort Maßnahmen ergreifen.

Ausgaben verfolgen

Damit Ihre Kontobewegungen keine Überraschung mehr für Sie sind, ist es wichtig, dass Sie Ihre Ausgaben kennen und verfolgen. Damit sind nicht nur die festen monatlichen Ausgaben gemeint, sondern auch die alltäglichen, spontanen oder auch flexiblen Ausgaben.  
Am einfachsten ist es, sie führen ein Notizbuch oder eine Liste in dem oder der Sie täglich alles notieren, wofür sie Geld ausgegeben haben, egal ob in Bar oder per Kartenzahlung. 

Diese tägliche Routine ist übrigens auch der Grund, warum ich nicht zu denjenigen Menschen gehöre, die ein Problem mit der Kartenzahlung haben. Ich verliere keineswegs den Überblick über meine Ausgaben oder das Gefühl für das dahinschwindende Geld, denn ich tracke sämtliche Ausgaben, die ich tätige und zwar täglich. Auf diese Weise weiß ich auch immer, welche Beträge in den nächsten Tagen von meinem Konto abgehen und wieviel Geld in für den Monat noch übrig habe.

Fürs Erste…

war es das auch schon. Dies ist ihr erster Schritt in Richtung einer soliden Routine, die Ihnen die Kontrolle über Ihre Finanzen erlaubt. 
Der nächst Schritt folgt in Kürze und baut auf Ihrer neu erworbenen täglichen Routine auf. Deshalb beginnen Sie am besten gleich damit, die oben genannten Tipps umzusetzen. 

*Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/05/PD19_199_635.html

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