Der beste gute Vorsatz für das neue Jahr – hier ist er!

Je älter man wird, desto mehr hat man das Gefühl, die Zeit rennt an einem vorbei. So wirklich ändern kann man das nicht. Man kann versuchen, jeden Augenblick möglichst bewusst zu erleben aber das gelingt höchstens mal im Urlaub und dann auch nur für ein paar Momente. 
Sein Leben in einem Journal festzuhalten und regelmäßig zu reflektieren, kann durchaus helfen. Man wird sich seiner Erlebnisse bewusster, wird aufmerksamer und auch kritischer, was die Verwendung der verfügbaren Lebenszeit betrifft.
Und da bin ich auch schon bei dem Punkt über den ich heute schreiben möchte. Es ist ein Vorschlag für einen einzigen Vorsatz für das kommende Jahr. Es ist nur ein kleiner Gedanke aber er hat einen sehr großen Einfluss auf wirklich alles, was wir tun.
Na gut, eigentlich ist es eine Frage. Aber wenn man sich diese Frage vor jeder Entscheidung stellt oder zu Beginn wenigstens ein-zwei Mal am Tag, beginnt man, das Leben und das was man damit anfängt, anders zu sehen und anders zu handeln. Soll ich sie verraten, die alles verändernde Frage?

Hier ist sie:

Wie wirkt sich diese Entscheidung/Handlung langfristig auf mich und mein Leben aus?

Seid ihr jetzt verwirrt oder enttäuscht? Ich will es euch erklären.

Wir tendieren fast alle dazu, in recht kurzen Zeitabschnitten zu denken. Das ist auch nicht unnormal, denn im Laufe eines Tages sind viele Entscheidungen nötig, die eine direkte Wirkung haben.
Wenn der Tank meines Autos fast leer ist, muss ich eben zur Tankstelle – egal, ob die Benzinpreise gerade auf einem Jahreshoch sind.
Wenn es einen unangekündigten Streik gibt und keine Busse oder Züge fahren, muss ich das Auto nehmen, auch wenn ich dann im Stau stehe. So etwas passiert eben und es ist gut, dass wir die Fähigkeit haben, spontane, für den Moment angemessene Entscheidungen zu treffen.

Viele unserer Entscheidungen betreffen jedoch Dinge, deren Auswirkungen
nicht nur unmittelbar eintreten, sondern die langfristig einen völlig gegenteiligen Effekt haben. Und genau diesen bedenken wir oftmals nicht.

Ein Beispiel:

Entscheidung
Ich bin von der Arbeit gestresst heim gekommen und entspanne mich auf der Couch mit meiner Lieblingsserie

kurzfristiger Effekt
Ich fühle mich ruhig, geborgen und sorglos

langfristiger Effekt
ich bekomme Rückenschmerzen, ich fühle mich schlapp und müde, ich schlafe schlecht, ich bin von meinem Leben gelangweilt

Noch ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Entscheidung
Jedes Mal, wenn ich müde bin, das Wetter schlecht ist oder ich einfach keine Lust habe, verzichte ich auf meine Sporteinheit

kurzfristiger Effekt
Zeit für andere Dinge

langfristiger Effekt
schlechter körperlicher Zustand, Gewichtszunahme, Muskelabbau, Müdigkeit, zunehmende Trägheit, gesundheitliche Probleme

Diese erheblichen Unterschiede zwischen kurzfristigen und langfristigen
Auswirkungen unserer Entscheidungen betreffen fast alle Bereiche des täglichen Lebens:

  • Finanzen
    (lieber das schicke Oberteil kaufen oder doch für den Urlaub sparen?)
  • Essen/Trinken
    (bestelle ich Fastfood oder koche doch lieber selbst? Trinke ich ein Feierabendbier oder eine Tasse Tee?)
  • Beziehungen
    (treffe ich mich mit meiner Freundin oder sage ich ab, weil ich zu müde bin?)
  • Bildung
    (lese ich ein Buch oder schaue ich lieber fern?)
  • Haushalt
    (putze ich schnell noch das Bad oder lege ich lieber die Füße hoch nach Feierabend?)
  • Persönliche Entwicklung
    (lerne ich noch etwas Englisch vor dem Schlafen oder schaue ich ein Youtube-Video?)

Jede Entscheidung, die wir in den oben benannten Bereichen treffen, ist für
sich allein genommen noch kein Problem.
Doch treffen wir unsere Entscheidungen überwiegend zugunsten der kurzfristigen Auswirkungen, dann lenken wir unser ganzes Leben in eine Bahn in der wir nur noch damit beschäftigt sind, Dinge die schief laufen, irgendwie wieder ins Lot zu bringen. Und das strengt an, es laugt uns aus und drängt uns in eine Position in der wir nur noch auf das Leben reagieren können.

Besser wäre es doch, wenn wir selbst bestimmen, wo es langgeht, wenn wir
aktiv dafür sorgen, dass das Leben eine bestimmte Richtung nimmt. Das geht! Und zwar mit genau der Frage, die ich euch als guten Vorsatz für das nächste Jahr ans Herz lege.
Es geht nicht darum, ein perfekter Mensch mit einem perfekten Leben zu werden – wir können schließlich nicht alles und jeden um uns herum beeinflussen. Aber wenn wir bei uns selbst anfangen und unsere täglichen, noch so kleinen Entscheidungen kurz hinterfragen und auf ihre langfristigen Auswirkungen prüfen, dann werden sich viele Dinge scheinbar wie von Zauberhand in eine andere Richtung bewegen.
Probiert es ruhig aus. Das geht übrigens auch schon ab sofort. Man muss nicht bis zum neuen Jahr damit warten.

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