Ausmisten und Ordnung schaffen – es muss nicht gleich Minimalismus sein

Ich hatte schon lange vor, unsere Küche mal komplett auf den Kopf zu stellen. Mir gefiel die Organisation in den Schränken und Schubladen nicht. Sie hatte sich im Laufe der 5 Jahre, die wir hier wohnen einfach irgendwie ergeben, war aber nie ganz bewusst und nach praktischen Gesichtspunkten erfolgt.

Gefühlsmäßig hatten wir viel zu viel Kram, den wir nicht benutzen und dazu noch von vielen Dingen mehr, als wir brauchen. Also machte ich mich ans Werk. Zuerst waren die Schränke dran. Ich räumte alles komplett aus, reinigte die Schränke und Einleger und sortierte den Schrankinhalt in Kategorien:

  • Geschirr (inkl. Teller, Tassen, Salatschalen, Servierschalen, Servierschüsseln etc.)
  • Töpfe und Pfannen
  • Schüsseln und Schälchen (die ich beim Kochen verwende)
  • Auflaufformen (ich habe viele aber ich liebe sie alle)
  • Backzubehör
  • Cocktailzubehör
  • Aufbewahrung
  • Sonstige Kochutensilien (Nudelsieb, Schneidebrettchen, Salatschleuder etc.)
  • Elektrogeräte (Toaster, Mixer, Pürierstab etc.)
  • Lebensmittel (Gewürze, Essig, Öl, häufig genutzte Zutaten)

Dann überlegte ich mir, in welcher Situation ich welche Dinge am ehesten brauche. Am wichtigsten war mir, dass ich beim Kochen nicht immer hin- her rennen muss und dass die Dinge, die ich am seltensten benötige in die oberen Fächer der Oberschränke kommen (ich bin recht klein und brauche immer einen Klapptritt, um dorthin zu gelangen).

Beim Sortieren der Sachen fiel mir auf, dass ich gar nicht so viele Dinge doppelt oder mehrfach habe und wenn, dann liegt es daran, dass sie mir einfach sehr gut gefallen. Ich sortierte nur wenige Dinge aus und räumte alles an den jeweils neuen vorgesehen Platz. Und siehe da – alles passte wunderbar in die Schränke, es steht nicht mehr dicht an dicht und sieht wirklich übersichtlich aus. Es liegt also nicht immer an der Menge der Dinge, die wir haben, sondern oft auch an ihrer ungünstigen Zusammenstellung und Organisation, wenn wir keinen Platz mehr in den Schränken haben.

Entsorgt habe ich nur ein paar in die Jahre gekommene Tupperdosen, einen einsamen Topfdeckel und alte Schneidebretter. Alles andere fand wieder seinen Platz in den Küchenschränken und ich bin sehr glücklich und zufrieden mit meiner neuen Organisation.

Ein paar Tage später nahm ich mir noch die Schubladen vor. Auch hier war ich der Überzeugung, dass ich einiges entsorgen müsse, um alles so zu gestalten, wie ich es geplant hatte. Meine Kochutensilien (Kochlöffel, Pfannenwender, Salatbesteck und was man sonst noch so alles benutzt), waren bisher auf der Arbeitsplatte in einem runden Behältnis untergebracht – also einfach hineingesteckt. Das gefiel mir nicht mehr und ich plante, diese Utensilien in einer Schublade unterzubringen. Doch die waren alle voll. Ihr seht also mein Dilemma.

Ich ging wieder so vor, dass ich alles aus den Schubladen herausräumte und nach Kategorien auf der Arbeitsplatte sortierte:

  • Essbesteck
  • Kochbesteck (nehme ich immer zum Abschmecken, Rühren etc.)
  • Utensilien (Kochlöffel, Pfannenwender, Salatbesteck, Fleischgabel, Geflügelschere, Schere, Messlöffel etc.)
  • Kleinkram (Korkenzieher, Flaschenöffner, Flaschenveschlüsse, Teeclipse usw.)
  • Rollen und Tüten (Gefrierbeutel, Frischhaltefolie, Backpapier, Verschlussclipse)
  • Unterlagen (Tischsets, Topfuntersetzter, Glasuntersetzer, Topflappen)

Dieses Mal hatte ich mir für die bessere Einteilung der Schubladen noch etwas Zubehör bestellt – ein paar Kleinkramdosen und verstellbare Schubladentrenner. Außerdem habe ich einen magnetischen Messerblock angeschafft, um meine häufig benötigten Kochmesser immer griffbereit zu haben.

Dann ging es ans Einräumen. Sämtliche Kochutensilien habe ich auf zwei Schubladen direkt neben dem Herd verteilt, Essbesteck in die Schublade, die dem Essbereich am nächsten ist, Kleinkram und Kochbesteck daneben und dann noch jeweils eine Schublade für die Rollen und Tüten sowie das Tischzubehör.

… ich mags bunt

Auch hier habe ich wesentlich weniger aussortieren müssen, als ich dachte. Und das was wegkam war wirklich unnötiges Zeug, dessen Funktion mir und meinem Mann teilweise gar nicht bewusst war (wahrscheinlich handelte es sich zum Teile von Dingen, die längst nicht mehr existieren).

aussortiertes Zeug

Nun bin ich vollkommen zufrieden mit der Kücheneinrichtung und ziemlich stolz auf meine gelungene Aktion. Nur mein Mann hat jetzt ein Problem – er findet nichts mehr. 😉

Ich habe dabei zwei Dinge gelernt:

  1. Es ist anstrengender als man denkt, die ganze Küche aus- und wieder einzuräumen.
  2. Ausmisten muss nicht bedeuten, sich von einer Vielzahl von Dingen zu trennen. Oft reicht es, die nicht mehr funktionstüchtigen oder überhaupt nicht benutzten Dinge zu entsorgen und alles andere sinnvoll zu strukturieren.

Wir werden die derzeitige Situation, in der wir viel mehr zu Hause sind, weiter dafür nutzen, mehr Struktur in einige Bereiche des Hauses zu bringen.
Es gibt da so einen großen Eckschrank in unserem Hauswirtschaftsraum. Der ist in der Lage Unmengen an Zeug zu schlucken und wird deshalb mit allem gefüttert, von dem wir glauben, es irgendwann noch mal zu benötigen. Uff… das nächste Großprojekt 😉

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